Veröffentlichung: 01. Mai 2026
GWD Minden startete überraschend souverän in dieses Derby und erarbeitete sich sogleich eine komfortable Führung, welche bis in die zweite Halbzeit hinein hielt. Im zweiten Durchgang schalteten die Hausherren einige Gänge nach oben, verpassten zwischenzeitlich jedoch ihre Chance auf ein Tor heranzukommen. Am Ende trennten sich beide Teams mit 28:32 (8:15).
GWD Minden startete mit Semisch, Korte, Hempel Jensen, Weber, Vorlicek, Sterba und Astrup in diese insgesamt 61. Auflage des OWL-Derbys. Nach der bitteren Niederlage gegen den ThSV Eisenach hatten sich die Dankerser einiges vorgenommen und zeigten dies gleich mit Anpfiff. Von Beginn an spielten die Grün-Weißen mutig auf, standen in der Abwehr kompakt und suchten im Angriff geduldig ihre Chancen. Rund 100 Mindener hatten sich an diesem Freitagabend auf den Weg nach Lemgo gemacht, feuerten ihr Team lautstark an und sahen ein starke Anfangsphase ihrer Mindener. Mit einem 5:1-Lauf gelang es der Ziercke-Sieben direkt ein erstes Ausrufezeichen in der Partie zu setzen. Besonders Philipp Vorlicek und Morten Hempel Jensen sorgten mit Abschlüssen aus den Halbpositionen für viel Torgefahr. Der TBV Lemgo Lippe tat sich derweil schwer in die Partie zu finden, sodass TBV-Coach Florian Kehrmann nach gut zwölf gespielten Minuten zu seiner ersten Auszeit griff. Dabei forderte er mehr Intensität sowie mehr Tempo im Angriffsspiel seiner Mannschaft. GWD Minden schien hingegen fast schon befreit aufzuspielen und baute die Führung mit Hilfe eines guten Ballflusses immer weiter aus. Schließlich war es ein weiteres Mal Hempel Jensen, welcher mit seinem Tor zum 14:7 das erste Mal für eine komfortable Sieben-Tore-Führung sorgen konnte (27.). Nur eine Zeigerumdrehung später erhielt die aufkommende Euphorie der Gäste jedoch einen herben Dämpfer: Mindens bis hierhin starker Innenblocker Antanavicius erwischte seinen Gegenspieler unglücklich am Hals und sah daraufhin die rote Karte (28.). Schließlich ging es mit einem Zwischenstand von 8:15 in die Pause.
Die Lipper starteten mit einer Veränderung auf der Position des Torhüters in den zweiten Durchgang. Möstl ersetzte Kastelic und meldete sich sogleich mit einer starken Parade in der Partie an. Doch GWD Minden schaffte es zunächst an die starke Leistung der ersten Halbzeit anzuknüpfen und hielt weiter gegen den wachsenden Druck der Hausherren. Die Blauhemden waren wild entschlossen das Ruder nochmal herumzureißen und warfen sich nun in jeden Ball. Gleiches galt für die Dankerser, welche an diesem Abend ein ganz anderes Gesicht im Gegensatz zum letzten Spieltag zeigten. Im Laufe des zweiten Durchgangs gerieten sowohl die Grün-Weißen als auch die Lemgoer immer wieder in Unterzahl, was dem Spielfluss beider Mannschaften nicht besonders zuträglich war. Nichtsdestotrotz heizten die Lipper der heimischen PHOENIX CONTAXT arena mit jedem weiteren gewonnen Zweikampf ein und zogen so das Momentum etwas auf ihre Seite. Folglich schmolz der komfortable Vorsprung der Dankerser auf zwei Tore, während kurz darauf Mindens Daniel Astrup aufgrund seiner dritten Zeitstrafe die rote Karte sah und auch für ihn die Partie somit frühzeitig beendet war (58.). Doch die Mindener steckten nicht auf und ließen alles für diesen Derbysieg auf der Platte. Kurz vor Abpfiff geriet GWD Minden in diesem Handballkrimi nochmal in doppelte Unterzahl, doch die Chance für den TBV kam zu spät, sodass die Grün-Weißen mit einem 32:28-Sieg zwei ganze wichtige Punkte mit nach Hause an die Weser nehmen konnten.
Stimmen zum Spiel:
Malte Donker: „Wir sind überglücklich. Die anderen Mannschaften im Tabellenkeller haben vorgelegt, sodass wir jetzt nachziehen mussten und das ist uns nun endlich gelungen. Uns fällt heute viel Last vom Herzen. Wir waren von der ersten Sekunde an da und hatten nix zu verlieren. Wir standen auf dem letzten Tabellenplatz und wollten dort einfach weg. Wir haben heute wieder alles gegeben, hatten einen guten Plan und konnten uns so schlussendlich belohnen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wenn wir jedes Spiel so angehen, bleiben wir auf jeden Fall in der Liga. Nun gilt der volle Fokus auf den Bergischen HC. Dort haben wir noch etwas gut zu machen.“
Florian Kehrmann: „Heute haben wir es nicht geschafft von Anfang an die nötige Intensität auf die Platte zu bringen. Wir lassen zu viele freie Bälle liegen und kommen nicht richtig in die Tiefe. Am Ende kommen wir nochmal auf minus zwei heran. Wenn dann alles passt, kann man so ein Spiel nochmal drehen, aber das war heute nicht der Fall. Trotz einiger Ausfälle haben wir natürlich den Anspruch Minden zu schlagen, was uns heute nicht gelungen ist. Trotzdem will ich nochmal betonen, dass wir eine überragende Saison spielen und es auch ein Stück weit normal ist, dass zusammen mit dem Verletzungspech auch mal ein paar Körner fehlen.“
Torschützen GWD: Hempel Jensen (7), Vorlicek (7), Korte (6/4), Weber (4), Weck (3), Astrup (2), Sterba (1), Staar (1), Donker (1)
Im Tor: Malte Semisch (mit 8 Paraden) & Tibor Ivanisevic (mit 2 Paraden, davon 1 Siebenmeter)
Torschützen TBV: Versteijnen (7/4), Carstensen (6), Suton (5), Wagner (3), Nyfjäll (2), Willecke (2), Simak (1), Schagen (1), Kehrmann (1)
Im Tor: Urh Kastelic (mit 6 Paraden) & Constantin Möstl (mit 3 Paraden)
Zeitstrafen: Simak (19.), Wagner (40., 51., 57. rote Karte), Theilinger (41.), Schagen (47.) – Antanavicius (10., 28. rote Karte), Astrup (42., 50., 58. rote Karte), Sterba (45.), Ivanisevic (59.)
Spielfilm: 1:2 (5.), 4:6 (10.), 5:8 (15.), 6:10 (20.), 7:13 (25.), 8:15 (30.), 11:18 (35.), 13:19 (40.), 16:21 (45.), 21:23 (50.), 24:26 (55.), 28:32 (60.)
Schiedsrichter: Heine & Standke
TV: Die Wiederholung der Partie TBV Lemgo Lippe – GWD Minden könnt ihr hier bei Dyn sehen.
© GWD Minden – jg
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