Was macht eigentlich Dirk Kämper?
Was macht eigentlich Dirk Kämper?

Veröffentlichung: 20. März 2025

Dirk Kämper spielte nur eine Saison lang bei GWD Minden, aber er hat Spuren hinterlassen, vor allem durch seine Jugend- und Vorstandsarbeit in späteren Jahren, doch der Reihe nach.

Dirk wurde in Lübbecke geboren, begann seine Handball-Laufbahn beim Espelkamper HV. Er blickt zurück: „Es war die Blütezeit des HV damals. Wir wurden in der Jugend Westfalenmeister vor Dankersen und Nettelstedt, das war schon was.“ Im Erwachsenenbereich spielte er zunächst sieben Jahre lang beim damaligen TuS Nettelstedt, dann bei der Spvg Versmold. „Damals wurden wir von Willi Möhle trainiert, und der hat Lars Fürhölter und mich dann zu GWD weiterempfohlen.“ In der Saison 1991/92 spielte er bei GWD in der 2. Liga: „Ich kann mich noch sehr gut an die Serie erinnern. Das war wahrscheinlich die wildeste Saison aller Zeiten, weil die ganzen Ostklubs dazu kamen. Die Auswärtsspiele dort kann man getrost als abenteuerlich bezeichnen. Ost-West-Hass überall, aber am meisten ist mir ein Spiel in Finsterwalde in Erinnerung geblieben. Die Ostklubs haben ihre sportlichen Defizite mit großer Härte ausgeglichen. Ich musste nach einem Foul genäht werden, das hat ein dortiger Arzt mit einer riesigen Nadel gemacht, die eher an eine Fischernadel erinnerte. Von da an ist unser Arzt zu diesen Auswärtsspielen immer mitgekommen.“

Zwar ging GWD Minden mit dem Ziel Aufstieg in die Saison, und mit Rückraumspielern wie Sasa Babic oder Rüdiger Borchardt durfte man das auch. Doch bereits im Oktober verließ Linkshänder Borchardt den Verein in Richtung Bad Schwartau. Dirk Kämper erinnert sich: „Trotzdem sind wir knapp hinter Flensburg und Nettelstedt Dritter geworden, das war schon gut.“

Kämper wurde als defensivstarker Allrounder geholt. Für die Rückraummitte hatte Dankersen Holger Niekamp aus Altjührden verpflichtet. „Doch Holger fiel verletzt ziemlich lange aus, daher habe ich auch im Angriff sehr viel auf der Mitte gespielt.“ Besonders gerne denkt er an die Mühlenkreisderbys zurück, von denen Anfang April das nächste ansteht: „Da werde ich natürlich dabei sein. Aber früher ging es in den Derbys noch anderes zur Sache, da wurde noch die Streitaxt geschwungen. Heute geht nicht mehr so emotional zu.“

Am Ende der Saison 1991/92 musste er seine aktive mit 28 Jahren Laufbahn beenden, obwohl er noch ein gültiges Arbeitspapier besaß: „Ich haben mir wahrscheinlich durch das Training in den kalten Hallen Asthma zugezogen, unter dem ich bis heute leide.“

Auch im Zivilberuf legte Dirk Kämper eine Laufbahn hin, die sich mehr als sehen lassen kann. Er absolvierte ein Studium der Informatik und brachte es früh zum Prokuristen einer Firma mit 1000 Angestellten. Nach 13 Jahren in diesem Beruf bekamen er und seine Frau das Angebot, als Informatiklehrer zu arbeiten: „Informatiklehrer wurden damals gesucht, und das ist ja auch heute noch so. Ich bilde Schüler in sämtlichen sieben Informatik-Berufen aus, die es im Kreis Minden-Lübbecke gibt.“

Zum Handball kam er durch seine Kinder im Jahr 2006 zurück, Sohn Arne trainiert aktuell die Lit-A-Jugend. Bei GWD engagierte er sich als Nachwuchskoordinator und im Vorstand: „Die Arbeit mit Dietmar Molthahn und Horst Bredemeier war schon fruchtbar und wirkt bis heute nach. Im aktuellen GWD-Kader sind mit Mats Korte und Max Staar noch Spieler aus dieser Zeit. Besonders die Verpflichtung von Max war etwas Besonderes. Es war eine Art Nacht- und Nebelaktion, bei der ich schnell handeln musste. Familie Staar ist dafür bis heute dankbar, glaube ich. Max hat sich super entwickelt, gerade auch in der Abwehr, und er fehlt GWD im Moment merklich. Ich glaube aber, dass er bereits wieder trainiert.“

Dirk Kämper verfolgt die Bundesliga und auch die 2. Liga sehr aufmerksam. In der Bundesliga erfreut ihn insbesondere die Entwicklung der TSV Hannover-Burgdorf, die vom früheren GWD-Bundesligaspieler Christian Prokop trainiert wird: „Joel Birlehm und Marian Michalczik gehören zu den Spielern, die wir damals zu GWD geholt haben. Es macht Freude, zu sehen, was auch ihnen geworden ist. Zu Christian Prokop: Für mich ist er ein Weltklassetrainer und ich habe bis heute nicht verstanden, dass man ihn als Bundestrainer entlassen hat.“

Zur aktuellen Lage von GWD sagt er: „Aaron Ziercke und Nils Torbrügge leisten tolle Arbeit, haben nach der letzten Saison einen hervorragenden Umbruch hinbekommen. GWD gehört zu den Topteams der Liga. Gegen den Bergischen HC mussten wir uns auch ohne Malte Semisch und Adam Nyfjäll sowie der frühen roten Karte für Ian Weber nicht verstecken, im Gegenteil. Am Ende fehlte aufgrund der Personalsituation etwas die Kraft.“

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