Wir sind zu Gast beim HC Erlangen
Bundesliga | 17. Dez 2020

Nach dem Schock ist Improvisation gefragt: Zwar konnten die Handballer von GWD Minden am Dienstag im OWL-Derby zwei enorm wichtige Punkte gegen den TBV Lemgo einfahren, allerdings überwiegen die bitteren Ausfälle von Miljan Pusica und Lucas Meister. Beim HC Erlangen dürfte deswegen eine Menge Kreativität gefragt sein, um die beiden Ausfälle im Innenblock aufzufangen. Anwurf in der Arena Nürnberger Versicherung ist um 20:30 Uhr.

Gegner: Das Team von Ex-GWD-Spieler und 2007er-Weltmeister Michael Haaß legt bislang eine ordentliche Spielzeit auf die Platte. Im engen Mittelfeld der Liga rangiert der HCE aktuell mit 12:14 Punkten auf Platz 13. Dass die Franken dabei immer wieder für Überraschungen gut sind, zeigen unter anderem deutliche Siege gegen Melsungen (31:21), das Überraschungsteam aus Stuttgart (34:25) und Leipzig (30:22). Zuletzt gab es allerdings eine klare 36:26-Niederlage in Magdeburg. Ähnlich wie GWD ist auch der HCE momentan von Verletzungen gebeutelt. Dabei ist allerdings noch unklar, wer von den angeschlagenen Akteuren gegen die Grün-Weißen wieder auf der Platte stehen kann. Zuletzt fehlten mit Simon Jepsson (Knie), Nationalspieler Steffen Fäth (Oberschenkel), Nico Büdel (Bänderriss) und Nikolai Link (Schulterverletzung) vier Rückraumspieler. Trotzdem können sich die Mindener auf ordentlich Wurfgewalt aus dem Erlanger Rückraum einstellen: Mit dem Halbrechten Sime Ivic haben die Franken einen der torgefährlichsten Spieler der LIQUI MOLY HBL in ihren Reihen.

Das sagt Frank Carstens: „Wir sind natürlich gerade mit der Aufgabe der Improvisation beschäftigt. Da müssen wir Lösungen finden, wie wir die Ausfälle von Pusica und Meister ersetzen“, meint Trainer Frank Carstens zu den beiden Ausfällen im Innenblock. Das Duo Thiele/Pehlivan, das nach den Ausfällen gegen Lemgo überzeugte, sei in der Innenverteidigung keine langfristige Lösung, da beide Positionen nur einfach besetzt sind. Um Überbelastungen zu vermeiden, werde aktuell über alternative Deckungsformen, wie eine bereits praktizierte 5:1-Deckung, nachgedacht. „Zudem müssen wir an unserem Angriffsspiel arbeiten. Für uns sind Automatismen wichtig, dass wir eine gewisse Sicherheit und Routine mit dem Ball bekommen“, sagt der GWD-Coach, der die vielen technische Fehler aus dem ersten Durchgang gegen Lemgo nicht wiederholen möchte. „Das wird jetzt eine ähnliche Aufgabe gegen Erlangen. Sie verteidigen sehr aggressiv, auch sehr auf Ballgewinne ausgerichtet. Sie versuchen auch viele Unterbrechungen zu erzeugen und haben eine sehr gute Kooperation von Torhüter und Abwehr“, findet Carstens und lobt dabei den Erlanger Innenblock, der mit den „drei wirklich sehr guten Innenverteidigern“ Nikolai Link, Petter Overby und Sebastian Firnhaber stark aufgestellt ist.  „Das Zentrum gilt es also in erster Linie nicht anzugreifen, sondern es wird für uns wichtig werden, dass wir die Lücken dazwischen erwischen und über die Außenpositionen zum Abschluss kommen.“ Entscheidend dafür sei eine gute Passqualität. „Hoffnung gibt mir da die zweite Halbzeit gegen Lemgo, wo der Ball gut lief und wir viel weniger einfache Ballverluste hatten. Das war auch phasenweise in Stuttgart so. Diese Phasen gilt es auszuweiten. Das ist die Aufgabe für die nächsten zwei Trainingseinheiten und das Spiel“, gibt der Coach die Marschroute vor. „In der Defensive ist es ein bisschen schwierig, sich im Moment auf Erlangen einzustellen“, spielt der Trainer auf die unklare Verletztensituation beim HCE an. „Grundsätzlich ist es so, dass sie schon über ordentlich Feuerkraft aus dem Rückraum verfügen. Alle Linkshänder sind starke 1-gegen-1-Spieler.“ Eine weitere Stärke sei die Torgefahr über den Kreis. „Das wird ein hartes Stück Arbeit, sowohl im Zentrum der Verteidigung als auch im Angriff“, ist sich Carstens sicher.

Personal: Außer den bitteren Ausfällen von Kapitän Miljan Pusica (Kreuzbandriss) und Lucas Meister (Abriss der Bizepssehne) aus dem Spiel gegen Lemgo sowie dem dritten Langzeitverletzten Christoph Reißky sind alle Spieler fit für die Reise nach Bayern. „Auch Juri hat das erste Spiel gut überstanden“, freute sich Carstens über den guten ersten Auftritt Juri Knorrs nach überstandener Corona-Infektion.

Spieltagspartner: Bei den Spielen gegen HC Erlangen werden wir von unserem Team 17 Partner MEYER-JUMBO Logistics unterstützt!

© GWD Minden – jk

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