Intensiver Kampf bleibt unbelohnt
Saison 22/23 Bundesliga Spielberichte | 04. Mai 2023

GWD Minden muss sich nach einer intensiven Begegnung gegen den Handball Sport Verein Hamburg mit 31:35 (14:16) geschlagen geben. Vor allem in der zweiten Hälfte setzten die Dankerser mit ihrem hohen Tempo immer wieder Nadelstiche und agierten auf Augenhöhe mit dem Tabellensiebten. Die Hanseaten waren aber besonders beim Abschluss das treffsichere Team.

Zu Beginn überzeugten die Grün-Weißen im Positionsangriff mit einer hohen Passgeschwindigkeit, durch die das Spielfeld schnell überquert wurde. Es ergaben sich somit besonderes auf der rechten Angriffsseite häufig Lücken, die Matthias Bitsch erfolgreich nutzen konnte. Aber auch mit den Hanseaten war immer zu rechnen. Insbesondere in Eins-gegen-Eins-Situationen hielten sie die Abwehr der Ostwestfalen ständig in Bewegung. Dabei waren die Gäste nur mit viel Mühe oder auf Kosten einer Zeitstrafe zu bremsen.  Infolgedessen kamen die Hausherren mit diesem Nachteil aus dem Konzept. Im Angriff wurde der siebte Feldspieler eingewechselt. Dennoch ergaben sich einige Unkonzentriertheiten, durch die der HSVH den Ball schnell im leeren Tor der Mindener unterbringen konnte. Nach einem 0:4-Lauf der Hamburger lagen die Grün-Weißen mit 2:7 (8. Spielminute) zurück. Das Publikum sorgte daraufhin für eine berauschende Atmosphäre und motivierte die Carstens-Sieben lautstark. Die Deckungsformation wurde nun auf eine 6:0-Variante umgestellt, so dass die Dankerser Jungs nun deutlich kompakter agieren konnten. Die Gastgeber zeigten anschließend ein deutliches Signal und erkämpften sich einen Ball nach dem anderen zurück. Das lag auch an Malte Semisch, der mit drei Paraden in Folge, seinen Vorderleuten einen sicheren Rückhalt bot. Im Spiel nach vorne suchten die Grün-Weißen wieder verstärkt die Lücken in der Hamburger-Defensive. Insbesondere Amine Darmoul zog häufig mehrerer Gegenspieler auf sich und erspielte seinem Team dadurch mehrfach einen Strafwurf. Mats Korte erzielte den verdienten 8:9-Anschlusstreffer (18. Spielminute). Die Dankerser waren wieder voll da und das Spiel wurde fortan auf Augenhöhe ausgetragen. Auf der Platte erhitze sich ebenfalls die Stimmung und beide Teams schenkten sich nichts. Die Gastgeber kamen insgesamt besser mit dieser Situation zurecht. Während die Carstens-Sieben mehrfach frei vor dem Tor scheiterte, netzten die Hanseaten ihre Chancen konsequent ein und gingen mit einer 14:16-Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel erwischte der HSV den besseren Start und konnte direkt zwei Tore in Folge erzielen. Die Grün-Weißen ließen sich davon aber nicht entmutigen, sondern kurbelte das Tempo der Begegnung weiter an. Erneut war es Amine Darmoul, der mit seinen insgesamt 9 Treffern eine regelrechte Energieleistung abrief und für die Gäste nur selten aufzuhalten war. Zielsicher konnten die Ostwestfalen ihre Chancen nun besser verwerten und kamen dadurch wieder auf zwei Tore zum 17:19 (35. Spielminute) heran. Auf der Gegenseite zwang die ostwestfälische Defensive die Hanseaten durch Stoppfouls immer wieder unter Zeitdruck. Die Gäste ließen sich davon allerdings nur selten aus der Ruhe bringen. Geduldig konnte in letzter Sekunde häufig ein freistehender Mitspieler gefunden werden, der das kleine Leder im Dankerser Tor einnetzte. Die Carstens-Sieben antwortete darauf mehrfach mit Toren über die schnelle Mitte, setzte weiter Nadelstiche und blieb mit zwei Toren beim zwischenzeitlichen 22:24 (45. Spielminute) am Kontrahenten dran. Zur Crunchtime machte sich dann erneut der Fehlerteufel bei den Abschlüssen der Hausherren bemerkbar. Ähnlich zur ersten Halbzeit konnten die Grün-Weißen klare Torchancen nicht nutzen. Außerdem mussten die Gastgeber erneute mehrere Unterzahlphasen überstehen, wodurch der HSVH einen weiteren Vorteil auf seiner Seite hatte. Die Gäste waren durch ihre Zielstrebigkeit weiterhin nicht aus dem Konzept zu bringen. Der Handball Sport Verein spielte routiniert seine Angriffe zu Ende, so dass die Grün-Weißen das Ergebnis nicht mehr entscheidend beeinflussen konnten. Nach einem harten Fight im Abstiegskampf musste GWD Minden mit dem 31:35-Endstand zwei wichtige Punkte an den Handball Sport Verein Hamburg abgeben.

Bereits am Sonntag gastiert GWD Minden um 16.05 Uhr beim SC DHfK Leipzig.

Stimmen zum Spiel:

Frank Carstens: „Unsere Idee war es mit einer sehr offensiven Formation Hamburgs beiden besten Zweikämpfer, Dani Baijens und Dominik Axmann, aus dem Spiel zu nehmen, was uns leider überhaupt nicht gelungen ist. Teilweise haben wir vorne mit etwas zu viel Risiko gespielt, was zu Fehlpässen geführt hat. Aber auch klare Chancen konnten wir heute gegen einen überragenden Jens Vortmann nicht nutzen. In der zweiten Halbzeit hatten wir Probleme mit der Deckung, während der HSV aufgrund ihrer Führung die Ruhe und Zeit hatte, bis zur besten Chance durch zu spielen. Das Spiel heute ist ein schwerer Schlag für uns, denn wir hatten uns deutlich mehr vorgenommen.“

Torsten Jansen: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und auch der Art und Weise, wie dieses zustande gekommen ist. Minden hat uns mit einer sehr offensiven Deckungsvariante überrascht und uns zu Fehlern gezwungen. Ich denke, wir können uns auch bei Jens Vortmann bedanken, der heute ein sehr starkes Spiel gemacht hat. Auch wenn wir zwischendurch schwache Phasen hatten, konnten wir das Spiel nach hinten raus mit einem kleinen Puffer gewinnen. Ein großes Kompliment geht an die Mannschaft.“

Torschützen GWD: Amine Darmoul (9/2), Philipp Ahouansou (6), Mathias Bitsch (5), Florian Kranzmann (3/1), Maximilian Janke (2), Besard Hakaj (1), Mats Korte (1), Niclas Pieczkowski (1), Sveinn Johannsson (1), Max Staar (1), Luka Sebetic (1).
Im Tor: Malte Semisch (mit 8 Paraden), Yahav Shamir (mit einer Siebenmeter Parade).

Torschützen HSVH: Casper U. Mortensen (8/3), Dani Baijens (8), Frederik Bo Andersen (6/2), Dominik Axmann (3), Nicolai Theilinger (3), Jens Vortmann (2), Niklas Weller (2), Lukas Ossenkopp (1), Thies Bergemann (1), Azat Valiullin (1).
Im Tor: Jens Vortmann (mit 14 Paraden davon 2 Siebenmeter), Alexander Pinski, Finn Luca Gründel

Zeitstrafen: Johannsson (5., 33., 57.), Darmoul (54.)  – Theilinger (33.), Valiullin (39.)

Spielfilm: 2:5 (5.), 4:8 (10.), 6:9 (15.), 8:10 (20.), 11:13 (25.), 14:16 (30.), 17:19 (35.), 20:23 (40.), 22:24 (45.), 25:29 (50.), 28:32 (55.), 31:35 (60.)

Schiedsrichter: Jannik Otto & Raphael Piper

Zuschauer: 1.498

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© GWD Minden – vog / Foto: Angela Metge

 

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