Wir sind zu Gast beim TBV Lemgo-Lippe
Bundesliga | 08. Apr 2021

Es ist Derbyzeit in Ostwestfalen! Nach der enttäuschenden Leistung in Essen sind die Grün-Weißen am Sonntag gegen den Rivalen aus dem Lipperland auf Wiedergutmachung aus. Anwurf in der PHOENIX CONTACT arena ist um 16 Uhr.

Gegner: Es dürfte ein ziemlicher Kaltstart werden für das Team von Florian Kehrmann: Nach einigen Corona-Fällen innerhalb der Mannschaft Ende März befand sich das komplette Team des TBV in 14-tägiger Quarantäne und konnte lediglich individuell trainieren. Die Spiele gegen FRISCH AUF! Göppingen und TuSEM Essen mussten abgesagt werden. Erst am Mittwoch konnte Kehrmann seine Mannen wieder zum ersten regulären Mannschaftstraining begrüßen. Jedoch kann von einem kompletten Kader bei Weitem nicht die Rede sein, da sich noch einige Spieler in Quarantäne befinden und noch umfassende medizinische Untersuchungen notwendig sind. Aufgrund der angespannten Personallage wird das Training aktuell durch Nachwuchsspieler komplettiert. „Wer am Sonntag dann spielen kann, wird sich zeigen“, wird Kehrmann auf der TBV-Website zitiert.
Rein sportlich läuft es für die Lipper in dieser Saison rund: Der TBV spielt eine starke und sorgenfreie Spielzeit und rangiert aktuell mit 22:20 Punkten auf Platz 11. So sprang beispielweise am 19. Spieltag beim Tabellenführer aus Flensburg in der „Hölle Nord“ ein 27:27-Unentschieden heraus. Ausnahmen waren etwa die deutlichen Niederlagen gegen Balingen-Weilstetten (26:32), in Hannover (31:23) sowie im Hinspiel bei den Grün-Weißen (28:23).
Zu achten sein dürfte auf Bjarki Már Elisson: Der Linksaußen liegt aktuell mit 138 Treffern auf Platz fünf der Torjägerliste der LIQUI MOLY HBL. Bereits in der letzten Saison wurde der Isländer Torschützenkönig. Außerdem stehen mit dem Schweden Jonathan Carlsbogard ein Vize-Weltmeister aus Ägypten sowie mit Gédéon Guardiola ein spanischer Welt- und Europameister im Kader der Lipper. Spielmacher Tim Suton wird nach seinem zweiten Kreuzbandriss im Dezember weiterhin ausfallen. Zudem fehlen wohl auch Ex-Mindener Andreas Cederholm sowie Frederik Simak auf Halbrechts.

Das sagt Frank Carstens: „Das wird in vielerlei Hinsicht ein Spiel mit extrem vielen Fragezeichen, vor allem bei den Lemgoern“, meint der GWD-Trainer die unklare Personalsituation der Lipper aufgrund der Verletzungen sowie der Corona-Quarantäne. Die Gegneranalyse gestalte sich daher sehr schwierig. „Wir bereiten uns so vor, als ob alle da wären und auf die normalen Stärken, die der TBV beeindruckend gezeigt hat. Sie haben extrem gute Ergebnisse erzielt und viele knappe Spiele gehabt.
Zum anderen meint Carstens aber auch sein eigenes Team, wenn er von „vielen Fragezeichen“ spricht. Nach „acht, neun guten Spielen“ habe man in Essen einen „totalen Rückschlag“ hinnehmen müssen. „Das hat uns alle nachdenklich gemacht, das war ein ordentlicher Schuss vor den Bug. Wir waren mental nicht bereit für das Spiel. In jeder Hinsicht haben wir unsere Leistung nicht gebracht, es war eine kollektive Nicht-Leistung“, sagt Carstens und übt dabei auch Selbstkritik. „Die Spieler gehen damit kritisch um. Entscheidend ist, dass wir von der Grundrichtung auf dem richtigen Weg sind. Wegen einer Leistung werden wir jetzt nicht alles über den Haufen werfen.“
In puncto Gegneranalyse hat der Chefcoach der Grün-Weißen mit einer kompakten, defensiven 6:0- und einer störenden, auf Ballgewinne ausgerichteten 5:1-Deckung zwei verschiedene Systeme in der Lemgoer Abwehr ausgemacht. Letztere sei auf schnelles Umschalten und Tempospiel ausgerichtet. „Da müssen wir uns in der Angriffsorganisation und im Abschluss steigern.“
In der Defensive sei vor allem das Lemgoer Tempospiel zu beachten. Im Positionsangriff seien Mittelmann Dani Baijens und Jonathan Carlsbogard auf Halblinks die Schlüsselspieler. „Wie Essen ist Lemgo sehr orientiert auf das eins gegen eins und hat zwei sehr gute Außen“, findet Carstens, der sich auch an den starken 28:23-Erfolg im Hinspiel erinnert als innerhalb von wenigen Minuten mit Kapitän Miljan Pusica und Lucas Meister zwei Schlüsselspieler ausfielen. „Das war ein emotionaler Ausbruch und eine überragende Leistung.“

Personal: Joscha Ritterbach, der in Essen fehlte, ist im OWL-Derby wieder dabei. Sorgen macht den Mindener Verantwortlichen allerdings Doruk Pehlivan, der nach der Rückreise aus dem Ruhrgebiet über Knieprobleme klagte und bislang noch nicht wieder trainiert hat. In der Offensive stehen Miro Schluroff und Juri Knorr als Alternativen für den linken Rückraum bereit. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach Ersatz in der Deckung, da mit Miljan Pusica (Kreuzbandriss) und Lucas Meister (Abriss der Bizepssehne) bereits der etatmäßige Innenblock ausfällt. „Doruk war da unser letzter Fels in der Brandung“, beschreibt Carstens die Körperlichkeit des türkischen Nationalspielers.
Dagegen rücken die Langzeitverletzten Meister und Christoph Reißky (Schulterverletzung) „täglich dichter ran“, ein Einsatz in Lemgo kommt aber für beide zu früh.

Spieltagspartner: Bei den Spielen gegen den TBV Lemgo-Lippe werden wir unterstützt von unserem Team 17-Partner Avoury.

 

© GWD Minden – jk

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