„Wir müssen unseren Weg finden“
Bundesliga | 17. Feb 2015

Seit sechs Wochen trainieren drei Nachwuchsspieler aus Deiner chilenischen Heimat bei GWD Minden. Am Wochenende haben Sie im Jugendteam ihr erstes Pflichtspiel für die Grün-Weißen bestritten. Erkläre uns doch bitte dieses Projekt und seine Hintergründe.

Ich hatte schon seit vier Jahren die Vision, jungen und talentierten Spielern aus Chile die Möglichkeit zu geben, in Europa Erfahrung zu sammeln. Ich habe gemerkt, dass das Team unserer Nationalmannschaft immer älter wurde und dass von unten nichts nachkam. An diesem Punkt wollte ich ansetzen. Nachdem das Projekt bei meinen vorherigen Vereinen Barcelona, Veszprem und Magdeburg aufgrund von mangelndem Interesse gescheitert war, bin ich bei GWD auf die nötige Unterstützung gestoßen. Sie können jetzt sowohl bei unserer A-Jugend wie auch bei der ersten Mannschaft mittrainieren, haben eine schöne Unterkunft und können in der Kantine eines GWD-Partners essen. Lediglich die Anreise mussten die Kids selbst bezahlen. Mittlerweile liegt sogar eine Spielberechtigung für die drei vor. Am letzten Wochenende hatten sie ihren ersten Einsatz im GWD-Trikot und waren total stolz! Am 20. März fliegen sie wieder in ihre Heimat nach Chile.

Wie bist Du bislang mit dem Verlauf des Projekts zufrieden und was würdest Du bei einer Wiederholung verbessern?

Ich hoffe, dass dies nur der Anfang eines Projekts ist, das wir in den folgenden Jahren durch Hilfe mehrerer Sponsoren noch professioneller aufziehen können. Ich würde mir wünschen, dass wir den Jungs auch die Flüge finanzieren können und dass die Verpflegung vor Ort noch besser geregelt werden kann. Trotzdem läuft die „Premiere“ hier in Minden bislang sehr gut und ich denke, es ist auf jeden Fall eine gute Erfahrung für die jungen Spieler.

Du warst ja mit deiner Nationalmannschaft in Katar, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Was sind deine Eindrücke von diesem Turnier?

Es war ein unglaubliches Turnier von den schönen Hotels über diese riesigen Hallen bishin zu spektakulären Shows mit Stargästen wie Jason Derulo und Pharrel Williams. Die Organisation war perfekt und uns Spielern hat es an nichts gefehlt. Es wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall schwierig sein, so ein perfektes Turnier zu wiederholen. Für unser Team lief es sportlich allerdings nicht besonders rund. Das lag vor allem an der Unerfahrenheit vieler Spieler. Ich hatte das Gefühl sie hatten Angst zu gewinnen. So haben wir unser Potential nur manchmal abrufen können

Das Turnier war ja sehr umstritten. Es gab einige Manipulationsvorwürfe und es wurde der Eindruck erweckt, die Gastgeber haben sich den Vizeweltmeistertitel erkauft. Wie stehst Du dazu?

Über die Vorwürfe nach Spielmanipulation habe ich schon einiges gelesen. Ich selbst glaube, dass viele Schiedsrichter einfach zu jung und unerfahren waren, um bei so einem großen Turnier zu pfeifen. Wir haben wirklich einige schlechte Schiedsrichterleistungen erlebt. Ob man das jetzt Manipulation nennen kann, möchte ich nicht beurteilen. Ich hoffe aber, dass diese Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen, denn das wäre das ein großer Schaden am Handballsport.

Zurück nach Ostwestfalen: Mit der Mannschaft von GWD gab es einen eher holprigen Rückrundenstart. Was sagst du zum Spiel in Berlin?

Wir haben dieselben Probleme wie schon die ganze Saison über gezeigt. Gute Momente können wir nicht lange genug weiterführen. Wenn es dann mal nicht gut läuft, gehen die Köpfe zu schnell runter. Das müssen wir schnellstens abstellen.

Nächste Samstag geht es gegen den Bergischen HC. Was sind eure Ziele für dieses Spiel und für den Rest der Saison?

Das erste Ziel ist natürlich der Klassenerhalt. Um dies zu erreichen müssen wir unseren Weg finden und lernen zusammen zu spielen, um unseren besten Handball zeigen zu können.

© GWD Minden – svw

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