Umschulung für den großen Traum
Allgemein | 04. Okt 2017

Mats Korte ist schon immer GWD-Anhänger / Verrückt nach Training und Reisen

Vom Fan-Block auf die große Bühne: Viele Jungs träumen von diesem Märchen, Mats Korte lebt es. Schon als kleiner Handball-Fan rannte er begeistert in die Kampa-Halle, um seinen GWD-Idolen zuzuschauen, jetzt gehört er selbst zu „den Großen“, wie Korte es nennt. „Ich habe natürlich eine ganz besondere Beziehung zu diesem Verein.“

Die startete nämlich schon bei den Superminis. Damals spielte der kleine Mats bei GWD, später wechselte er zum TSV Hahlen. „Ich wohne bis heute nur 800 Meter vom Hahler Feld entfernt. Da konnte ich immer mit dem Fahrrad zum Training fahren“, erklärt Korte.

Arne Niemeyer war zu Kinderzeiten sein großer Held. „Als ich in der E-Jugend gespielt habe, kam Arne als Überraschungsgast zu unserer Weihnachtsfeier. Das war für mich das Highlight“, sagt Korte lachend, der vorletzte Saison sogar noch mit Niemeyer zusammen im Bundesliga-Kader trainierte. „Dass ich als kleiner Junge so für ihn geschwärmt habe, habe ich ihm natürlich nicht verraten.“

Seit der C-Jugend spielt Korte wieder bei den Grün-Weißen und zu seiner damaligen Trainerin Kornelia Kunisch hat er bis heute engen Kontakt. „Viele wechseln ja zur C-Jugend zu GWD. Da ist Konni dann wie eine Ersatz-Mama“, erklärt das GWD-Talent. Aber auch Dietmar Molthahn und Sebastian Bagats habe er viel zu verdanken. In der Jugend zog Mats Korte als Mittelmann die Fäden, doch damit ist längst Schluss.

Für seinen Bundesliga-Traum macht der 20-Jährige eine Umschulung durch – vom Mittelmann zum Linksaußen. „Das hat körperliche Gründe. Ich bin mit meinen 1,84 Metern einfach zu klein. Die Umschulung macht echt Sinn, wenn ich sehe, was da für Gegner auf der Mitte rumlaufen“, gibt Korte zu. Er übt noch immer die vielen Wurfvarianten, die einem Flügelspieler das Leben leichter machen. „Aber oft entscheide ich intuitiv, wie ich werfe.“

Für viele Spieler wäre so eine Umschulung wohl der reinste Horror. Mats Korte ist da anders. Er stellt sich dieser Aufgabe. Der 20-Jährige ist extrem ehrgeizig und trainiert wie ein Verrückter. „Einen Tag ohne Training halte ich gerade noch aus, aber dann muss es wieder losgehen. Oft müssen mich die Trainer bremsen. Mein Trainingseifer ist Stärke und Schwäche gleichzeitig“.

Nur in der Sommerpause kann Mats Korte mal durchatmen. Dann kümmert er sich um sein Hobby: das Reisen. Vor allem die USA haben es dem GWD-Linksaußen angetan. „Die Mischung aus tollen Großstädten und dieser unfassbaren Natur ist super“, erklärt der USA-Fan. Er war schon mehrmals in New York, wo ihn die Skyline, der Central Park und die Shopping-Möglichkeiten regelrecht geflasht haben. Aber auch San Francisco, Las Vegas und Hawaii hat er schon live erlebt.

In dem Surferparadies hat es ihn ordentlich durchgespült. „Ich habe mir ein Board geliehen und bin damit ins Wasser. Dass ich nur mit Einheimischen in den Wellen war, habe ich erst gemerkt, als ich mich ein paar Mal überschlagen hatte und das Board zerbrochen war. Aber mir ist zum Glück nix passiert“, sagt die Sportskanone lachend.

Der 20-Jährige macht neben dem Handball ein Studium in europäischer BWL, Ende des Jahres geht es los mit der Bachelor-Arbeit. „Ich will auf jeden Fall eine Alternative zum Sport haben“, sagt Korte. Aber aktuell zählt vor allem der Handball. Der bestimmt auch die Treffen mit seiner Freundin Lia. Sie spielt selbst bei der HSG Blomberg-Lippe, hat die Vorbereitung beim Bundesliga-Team mitgemacht. „Wir sehen uns, wann immer die Trainings- und Spieltermine es zulassen“, erklärt Korte.

Vergangene Saison erzielte er in neun Spielen 17 Bundesliga-Tore. Seinen Premieren-Treffer in Berlin wird er wohl nie vergessen. „Gleich der erste Wurf gegen Silvio Heinevetter war drin. Da konnte ich mich trotz unserer Niederlage wenigstens ein bisschen freuen“, erinnert sich Korte. Aber wer ihn kennt, der weiß: Das reicht ihm nicht. Der ehrgeizige Nachwuchsspieler will mehr und wird dafür auch weiterhin trainieren wie verrückt. Denn genauso so ist aus seinem Bundesliga-Traum Wirklichkeit geworden.

© GWD Minden – Stefan Rüter

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