Sechs Sekunden fehlen zum ganz großen Coup
Bundesliga Saison 16/17 Spielberichte | 19. Apr 2017

Da hat Frank Carstens sein Wunder, wenn auch nur ein halbes! Das GWD-Team erkämpfte beim THW Kiel ein 23:23-Unentschieden und sah lange Zeit sogar wie der Sieger aus. Erst in den Schlusssekunden kam der Favorit noch zum Ausgleich. Mindens überragender Keeper Kim Sonne konnte allein fünf Siebenmeter seiner früheren Teamkollegen entschärfen.

GWD-Coach Frank Carstens hatte nach der jüngsten Niederlage des THW beim Abstiegskandidaten in Lemgo eine Trotzreaktion der Zebras erwartet und sein Team davor gewarnt, sich in der Anfangsviertelstunde kalt erwischen zu lassen. Und das tat seine Mannschaft in der Sparkassen-Arena keineswegs. Die 1:0-Führung der Gastgeber kehrten Christoffer Rambo, Charlie Sjöstrand und Aleksandar Svitlica bis zur fünften Minute um. Mit einem starken Kim Sonne im Rücken, der an alter Wirkungsstätte ein ums andere Mal glänzte, boten die Grün-Weißen dem frisch gebackenen Pokalsieger einen offenen Schlagabtausch. Der THW agierte im Abschluss ungewohnt hektisch und unkonzentriert und konnte so viele Angriffe nicht zum Erfolg bringen. Frech und unbekümmert dagegen die Gäste aus Ostwestfalen, die sich auch von einigen Rambo-Fehlwürfen nicht aus der Ruhe bringen ließen. Die grün-weiße Abwehr stand mit Magnus Jernemyr und Marian Michalczik oder Magnus Gullerud sehr sicher und förderte damit nicht gerade das Selbstvertrauen des THW. Der dürfte sich in der Schlussphase des ersten Durchgangs gefragt haben, ob er gerade sein zweites „Lemgo“ erlebt. Dann nämlich blieb das Team von Alfred Gislason acht Minuten lang ohne Torerfolg. Die Gäste nutzen dies zu einem Drei-Tore-Lauf und damit zur 11:9-Pausenführung.

Sollte es in der Halbzeit eine heftige Kabinenansprache vom THW-Coach gegeben haben, so zeigte diese jedenfalls keine sofortige Wirkung. Angeführt vom starken Mittelmann Sören Südmeier bewegten sich die Dankerser weiterhin auf Augenhöhe mit dem Favoriten und spielten ihre Angriffe kontrolliert aus. Einen emotionalen Höhepunkt erlebte das GWD-Team nach 48 Minuten. In Unterzahl konnte Kim Sonne gleich zwei Siebenmeter von Niclas Ekberg parieren, Marian Michalczik und Magnus Gullerud schraubten das Ergebnis auf 22:19 in die Höhe. Es wurde merklich still in der Sparkassen-Arena. Das Mindener Glück wäre vollkommen gewesen, wenn der Mannschaft nach dem 23:20 (53.) durch Marian Michalczik noch ein weiterer Treffer gelungen wäre. Aber Christoffer Rambo und Sören Südmeier scheiterten, während der THW in Überzahl durch Weinhold und Vujin verkürzen konnte. Die Kieler setzten noch einmal alles auf eine Karte und kamen drei Sekunden vor dem Ende erneut durch Marko Vujin zum Ausgleichstreffer. Die Freude über den verbliebenen Punkt war bei Mindens Sportlichem Leiter Frank von Behren dennoch groß:   „Wir sind sehr stolz darauf, hier einen Punkt geholt zu haben. Natürlich war heute mehr drin für uns, aber wir haben immerhin auch viele Versuche des THW, das Spiel noch zu drehen, abwenden können. Wir nähern uns Stück für Stück der sicheren Zone an.“

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens: „Bei mir ist gerade ein bisschen Wirrwarr im Kopf. Ich habe der Mannschaft verboten, sich zu ärgern, aber das hat nicht funktioniert. Wir haben eine herausragende Spielführung im Angriff gehabt und wir hatten eine gute Defensivleistung. Kim hat mit seiner Leistung die Mannschaft beflügelt. Am Ende hat sich der THW einen Punkt stibitzt.“

Alfred Gislason: „Ich bin natürlich sehr unzufrieden. Beide Punkte hatten wir heute nicht verdient. Für uns ist es bitter, dass wir einfach nicht gut genug gespielt haben. Wir haben gut gekämpft, die Abwehr stand nicht schlecht und die Torhüter waren gut. Wir haben zu viele gute Chancen verschossen. Man sieht natürlich, dass der ein oder andere sehr müde ist.“

 Torschützen GWD: Christoffer Rambo (6), Aleksandar Svitlica (6/2), Magnus Gullerud (4), Marian Michalczik (3), Sören Südmeier (2), Charlie Sjöstrand (1), Florian Freitag (1).
Im Tor: Kim Sonne Hansen (1.-60. mit 25 Paraden davon 5 Siebenmeter).

Torschützen HSG: Rune Dahmke (5), Marko Vujin (5/1), Niclas Ekberg (4), Steffen Weinhold (4), Patrick Wiencek (3), Nikola Bylik (1), Lukas Nilsson (1).
Im Tor: Niklas Landin (1.-43. und 50.-60. mit 18 Paraden), Andreas Wolff (43.-50. mit 2 gehaltenen Siebenmetern).

Spielfilm: 1:2 (5.), 5:5 (10.), 7:6 (15.), 7:8 (20.), 8:9 (25.), 11:9 (30.), 12:13 (35.), 15:17 (40.), 18:19 (45.), 19:22 (50.), 21:23 (55.), 23:23 (60.).

Strafminuten: Gullerud (12.), Sjöstrand (22.), Freitag (41.), Rambo (48.), Michalczik (53.), Schäpsmeier (60.) – Dahmke (25.), Nilsson (52.).

Zuschauer: 10.285
Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff

© GWD Minden – bra

Harting Melitta Porta Möbel e.on GWD Pool
Wago EDEKA Barre Mindener Tageblatt WEZ Gufried Hummel Select HDZ-NRW Stadt Minden AS Sport