Ruhe in Frieden, Milo!
Allgemein | 20. Aug 2020

1983 betritt der damals 29-jährige Jugoslawe Milomir Mijatovic die Bundesliga-Bühne, nachdem er zuvor bereits einige Monate bei TuRa Bergkamen in der 2. Liga gespielt hat. Bei Grün-Weiß Dankersen, wie der Verein damals noch heißt, wird der elegante Linkshänder sofort zum dominierenden Rückraumspieler und Torjäger.
Eines seiner stärksten Spiele mündet zu Beginn seiner GWD-Zeit in eine Niederlage: Am 12. November verliert Minden bei Frisch Auf Göppingen 23:24, und der im kroatischen Slawonien geborene „Milo“ erzielt zwölf Tore, davon drei per Siebenmeter. Damit gestaltet er das Torjägerduell mit Jerzy Klempel, dem polnischen Super-Schütze von Frisch Auf, ausgeglichen.
Zwei Jahre lang erzielt der Kroate im GWD-Trikot Tore wie am Fließband, ehe er zur SG Weiche-Handewitt wechselt. Dort spielt er bis 1990. Milomir Mijatovic bleibt im hohen Norden, verdient sich als Spielertrainer beim schleswig-holsteinischen Bramstedter TS erste Sporen als Coach.
1992 kehrt er zurück an die Weser, zu seinem Ex-Verein, der mittlerweile GWD Minden heißt und der in der 2. Liga spielt. Er formt ein Team um den schwedischen Nationalspieler Robert Hedin, das in der Saison 1994/95 endlich so weit ist, die langersehnte Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen.
Es sieht zunächst gut aus, doch im Februar unterliegen die Grün-Weißen 22:30 bei Eintracht Hagen. GWD verliert die Tabellenführung an den VfL Fredenbeck und Mijatovic seinen Job. Dietmar Molthahn führt den Weg des Kroaten zu Ende und GWD zurück in die Bundesliga.
Nach dem geglückten Aufstieg sagt Mijatovic: „Ich fühle mich wie Reinhard Saftig“. Der Fußballtrainer hatte Bayer Leverkusen 1993 ins DHB-Finale geführt, war vor dem Endspiel gegen die Amateure von Hertha BSC entlassen worden. Dragoslav Stepanovic „erbte“ den Titel.
Im Jahr 2000 wird „Milo“ Sportlicher Leiter beim Bundesligisten TuS Nettelstedt, Anfang 2001 zwei Monate lang interimsmäßig auch Trainer bei den Lübbeckern. Nach mehreren weiteren Stationen trainiert „Milo“ von 2008 bis 2010 die A-Jugend der Rhein-Neckar Löwen, ehe sich seine sportliche Spur verliert. Milomir Mijatovic verstarb am 22. Juni dieses Jahres im Alter von 66 Jahren in Mannheim.

© Mindener Tageblatt – much

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