Mindener Mut wird nicht belohnt
Saison 22/23 Bundesliga Spielberichte | 10. Dez 2022

Wacker gekämpft und trotzdem verloren: GWD Minden musste sich am Samstagabend nach einer couragierten Leistung mit 28:29 (14:18) dem SC DHfK Leipzig geschlagen geben. Vor allem im zweiten Durchgang zeigten die Grün-Weißen nach den zahlreichen Ausfällen der vergangenen Wochen einen mutigen und engagierten Auftritt.

Für die Grün-Weißen stand das letzte Heimspiel in diesem Jahr aufgrund der Verletztensituation unter keinen guten Vorzeichen. Immerhin meldeten sich mit Timo Stoyke, Paul Hein und Doruk Pehlivan drei der erkrankten Spieler wieder fit. Trotzdem machte sich das Fehlen von neun Spielern bei den Mindenern natürlich bemerkbar.

Die Gäste fanden in der Anfangsphase deutlich besser die Lücken im Angriff und zogen schnell auf 1:3 und 2:5 davon. Den Grün-Weißen waren die Ausfälle und die Uneingespieltheit in dieser personellen Konstellation zunächst deutlich anzumerken. Zu viele einfache Fehler sorgten dafür, dass die Gastgeber zunächst nicht wirklich in die Partie kamen. Dagegen ging bei den Leipzigern nach fünf Siegen in Folge naturgemäß einiges leichter von der Hand – symptomatisch dafür war das 2:6 als Marino Maric am Kreis ein Rückhand-Anspiel von Simon Ernst verwertete. Nach und nach fand sich jedoch auch die grün-weiße Abwehr um den Mittelblock aus Max Janke und Timo Stoyke sowie dem offensiv agierenden Tomas Urban auf der Halbposition. In der Offensive mussten sich die Mindener zwar jedes Tor hart erarbeiten, jedoch konnte sich das Team von Frank Carstens auf einen gut auflegten Philipp Ahouansou im linken Rückraum verlassen. Über ein 6:10 (17. Minute) und 8:12 (20.) legten die Leipziger beim 9:14 das erste Mal fünf Tore vor. Dabei hatte GWD noch Glück, dass sich mittlerweile auch bei den Gästen immer mehr technische Fehler einschlichen und der Kontakt so nie komplett abriss. Kurz vor der Halbzeit gelang Mathias Bitsch nach einem Steal in der Abwehr und dem folgendem Tempogegenstoß das 14:18. Fazit des ersten Durchgangs: acht technische Fehler waren zu viel, um die Leipziger wirklich in Bedrängnis zu bringen.

Die Grün-Weißen kamen besser aus der Pause und hatten in der 35. Minute beim Stand von 16:19 das erste Mal seit Langem wieder die Chance auf zwei Tore heranzukommen. Doch zunächst leistete sich Mathias Bitsch einen Ballverlust, einen Angriff später verwarf Urban den zweiten Mindener Siebenmeter. Fünf Minuten später war es dann Doruk Pehlivan, der vom Kreis mit seinem ersten Treffer der Partie auf 20:22 stellte. Die Mindener Abwehr war nun deutlich agiler, griffiger und schloss die Lücken besser, sodass die Grün-Weiß auch zu einfacheren Toren kam. Auch Malte Semisch lief so langsam warm und im Angriff verringerten die Dankerser ihre Fehlerquote. Nachdem Yahav Shamir einen Siebenmeter von Viggo Kristjansson parierte, war es erneut der kaum zu bremsende Ahouansou, der beim 23:24 für den Anschlusstreffer sorgte (45.). In der Schlussphase wurde die Partie dann deutlich hektischer und zerfahrener mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Nach dem 26:29 kämpfte sich GWD durch Paraden von Malte Semisch und Tore von Bitsch und Ahouansou noch einmal auf ein Tor heran. Nach einem Ballgewinn in der Abwehr kamen die Grün-Weißen 20 Sekunden vor Schluss noch einmal in Ballbesitz. Frank Carsten nahm seine letzte Auszeit. Doch der Plan, Philipp Ahouansou in eine gute Wurfposition zu bringen scheiterte, auch der letzte Freiwurf nach der Schlusssirene fand nicht mehr den Weg ins Leipziger Tor.

Am kommenden Donnerstag ist GWD um 19:05 bei der MT Melsungen zu Gast.

Stimmen zum Spiel:

Frank Carstens: „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht ganz die Überzeugung gehabt, die es gebraucht hätte und die wir dann in der zweiten Halbzeit entwickelt haben. Die Anfangsphase war leider davon geprägt, dass wir zu zurückhaltend in der Deckung waren. Das hat Leipzig dann gut ausgenutzt. Die taktischen Dinge haben heute leider nicht so gut geklappt, auch wenn wir da vielleicht ein, zwei Ballgewinne hatten. Der Kampf und der Mut haben uns letztlich wieder in diese Partie zurückgebracht, auch von Philipp Ahouansou oder Mathias Bitsch. Diese Steigerung in den Leistungen war sehr wichtig, um hier heute wieder zurückzukommen. Aber unterm Strich war das ein verdienter Sieg für Leipzig, die dann auch in der Schlussphase die Ruhe hatten, die entscheidenden Nadelstiche zu setzen, die wir nicht hatten. Wir hatten zu viele Fehler drin, sowohl hinten als auch vorne, als wir gerade den Fuß auf dem Gaspedal hatten. Trotzdem bin ich heute sehr stolz auf meine Mannschaft, die aus der Situation wirklich viel herausgeholt hat. Aber leider keine Punkte und das ist das, was letztlich natürlich zählt. Jetzt müssen wir sehen, wir gehen mit derselben Anzahl an Spielern raus, wie wir reingegangen sind. Das ist bei uns viel wert und ich hoffe, dass das bis Donnerstag so bleibt.“

Philipp Ahouansou: „Wir haben immer nach den Ausfällen wieder Lösungen gefunden. Ich glaube dass uns das gepusht hat, noch einmal das letzte bisschen aus uns rauszuholen. Wir werden gegen Melsungen und Kiel wieder alles mobilisieren, alles auf die Platte bringen und versuchen, dort Punkte zu holen.“

Torschützen GWD: Philipp Ahouansou (11), Mathias Bitsch (6), Tomás Urban (5), Mats Korte (3), Maximilian Janke (1), Florian Kranzmann (1), Doruk Pehlivan (1).
Im Tor: Malte Semisch (mit 11 Paraden), Yahav Shamir (mit 1 Parade, davon 1 Siebenmeter).

Torschützen LEI: Sime Ivic (6), Viggó Kristjánsson (6/4), Luca Witzke (5), Matej Klima (4), Patrick Wiesmach Larsen (2), Oskar Sunnefeldt (2), Marino Maric (1), Lucas Krzikalla (1), Lukas Binder (1), Tim Matthes (1).
Im Tor: Kristian Saeveras (mit 9 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Mohamed Essam Moustafa El-Tayar (mit 3 Paraden).

Zeitstrafen: Janke (5.), – Sunnefeldt (10.), Ernst (13.),

Spielfilm: 2:4 (5.), 3:6 (10.), 6:8 (15.), 8:12 (20.), 10:15 (25.), 14:18 (30.), 16:20 (35.), 20:22 (40.), 23:24 (45.), 25:27 (50.), 25:28 (55.), 28:29 (60.)

Schiedsrichter: Robert Schulze und Tobias Tönnies

Zuschauer: 2.551

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© GWD Minden – jk / Foto: Angela Metge

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