„Mein DJ Name lautet Bilbo“
Allgemein | 27. Nov 2017

Nenad Bilbija liebt nicht nur Handball. Er ist auch ein leidenschaftlicher Musiker, wie er uns in einem persönlichen Gespräch verraten hat. Dieses (gekürzte) Interview mit GWD Mindens Nummer 45 über seine Leidenschaft, die Musik, führte Andrea Williams und erschien im Fankyzine.

Hallo Nenad, du hast einmal erzählt, dass du ein großer Fan elektronischer Musik bist und teilweise selber aktiv bist. Woher kommt deine Leidenschaft?

Ich bin kein Profi, dafür aber mein älterer Bruder. Mit seiner Firma in Slowenien macht er Werbung für TV und Radio. Nebenher ist er Musiker. Früher war er mit seiner Freundin Teil des Musikduos 2 Alive. Sie waren richtig berühmt in unserer Heimat. Er war außerdem als Handballer in Frankreich und Spanien aktiv. Das ließ sich schwer mit seiner Musikkarriere in Slowenien vereinbaren. Als sich 2 Alive trennten, machte mein Bruder allein als Musiker weiter. Als er sich wieder voll und ganz für die Musik entschied, war er für diverse Musiker im Dance-Bereich erfolgreich tätig. Nun ist er hauptsächlich als House und Techno DJ aktiv.

Und was machst du für Musik?

Ich decke verschiedene Bereiche ab, hauptsächlich House und Dance, manchmal mag ich auch Pop. Ich habe nie eine Musikschule besucht wie mein Bruder. Ich lernte alles von ihm.

Hast du zuhause ein Studio eingerichtet?

In meiner Wohnung hier in Minden habe ich mich musikalisch ein wenig ausgestattet. Ich habe zwei Studio-Lautsprecher, ein Midi-Keyboard und ein Logic-Programm. Dazu kommen noch verschiedene andere Programme, Samples und Sounds. Wenn ich Zeit habe, widme ich mich der Musik.

Das ist in der laufenden Handball-Saison vermutlich schwierig?

Ja, aber wenn wir einmal am Tag trainieren, setze ich mich in meiner Freizeit schon manchmal hin.

Kann man irgendwo Musik von dir hören?

Einmal habe ich einen Remix einer kroatischen Single gemacht. Die Sängerin ist sehr bekannt und war mit dem Lied auch beim Eurovision Song Contest. Das war vor vier, fünf Jahren. Auf Facebook sah ich einen Remix-Songcontest. Ich entschloss mich, am Wettbewerb teilzunehmen. Mein Track wurde für die Veröffentlichung auf einer CD ausgewählt.

Lief das unter deinem richtigen Namen oder hast du einen Künstlernamen?

Mein DJ Name lautet Bilbo. Mein Bruder nennt sich Bilboni. Das bot sich bei unserem Nachnamen Bilbija einfach an.

Singst du auch?

Ich singe gerne für mich selbst, doch ich mache das nicht öffentlich. Manche Leute sagen, mein Gesang sei ganz in Ordnung.

Welche Musik hörst du privat?

Neben Techno, House und Dance höre ich alles mögliche, was meine Ohren akzeptieren. Heavy Metal mag ich beispielsweise nicht.

Was wärst du geworden, wenn du keine Handball-Laufbahn eingeschlagen hättest?

Wahrscheinlich Pilot. Ich hatte immer Interesse am Fliegen. Oder natürlich DJ, das wäre noch besser, aber das ist nicht einfach. In dem Bereich gibt es sehr viel Konkurrenz.

Beim Handball läuft häufig Musik. Wenn du DJ in der KAMPA-Halle wärst …

Ich würde alles wechseln. Das habe ich unserem Hallensprecher, Klaus Smolareck, bereits gesagt. Ich mag schon die Musik beim Einlaufen nicht, weil so viele Mannschaften die gleiche Musik haben. Ich würde gerne House, ein bisschen Latino Musik hören.

Was würde bei dir als DJ in folgenden Situationen gespielt werden:

Beim Einlaufen…

House mit Latino, vielleicht etwas von Gregor Salto. Das wäre ein bisschen energischer, wenn auch nicht für jeden Geschmack geeignet.

Beim Siebenmeter…

Die Musik beim Siebenmeter ist in Ordnung.

Bei der Wischmoppause…

Es muss immer eine energische Musik sein, damit wir Spieler in einem Hoch bleiben. Unsere Leistung muss intensiv sein.

Beim Tor…

Wenn ich das entscheiden könnte, würde das so funktionieren: Wir haben viele Spieler aus verschiedenen Ländern in der Mannschaft. Manche kommen aus Schweden, andere aus Norwegen, Dänemark, Serbien, Slowenien … Wenn nun ein norwegischer Spieler ein Tor macht, soll er vorab ein Lied aus seiner Heimat nennen, das dann gespielt werden kann.

Beim Sieg…

Man muss natürlich immer gucken, dass man etwas nimmt, das für alle Leute gut ist. Wenn du mich persönlich fragst, wäre es wohl etwas aus dem House Bereich, das glücklich klingt (stimmt ein Beispiel an, Anm. d. R.).

Wen hättest du gerne mal als Showact in der Halbzeitpause, wenn du weltweit die freie Wahl hättest?

Bruno Mars. Ich glaube, er ist für Shows gut geeignet.

Wird denn im Mannschaftsbus gesungen?

Ja, vor allem hinten im Bus, wo ich sitze. Aleksandar Svitlica singt auch gut und ganz gerne. Dalibor Doder macht manchmal mit. Einmal verfasste ich einen Text auf serbisch. Dann kam Aleks zu mir und sang ihn. Für das erste Mal war er ganz gut. Erst war er nervös und traute sich nicht. Nach zwei Bieren ging es aber.

Gehst du auch auf Konzerte hier in der Region?

Wenn ich Zeit habe, mache ich das. Vor ungefähr vier Jahren hatte ich Tickets für Alicia Keys. Wir hatten mittwochs immer morgens Training und abends frei. Ich entschied mich daher, die Karten zu kaufen und abends zum Konzert zu fahren. Genau zwei Tage vor dem Konzert verkündete der Trainer, dass wir ausnahmsweise abends trainieren. Deshalb blieb ich in Minden und verpasste Alicia Keys.

rdest du gerne mal öffentlich auflegen?

Ja, aber mir fehlen bislang Vocals. Ich kann das zuhause nicht umsetzen. Wenn eine Sängerin oder ein Sänger Interesse hat, kann sie oder er mir Vocals schicken, und ich probiere gerne, etwas daraus zu machen. Es wäre nur gut, wenn der Gesang in den Bereich 120 bis 125 BPM passt. Das Tempo 125 BPM wäre super.

Mit welcher Sängerin würdest du gerne auftreten, wenn du die freie Auswahl hättest?

Aus Deutschland sind mir nicht viele Musikerinnen, die singen, bekannt. Ich weiß, dass es Helene Fischer gibt, aber mit ihr möchte ich keine House Music umsetzen. International würde mir Ariana Grande gefallen.

Gibt es abschließend etwas, dass du gerne erwähnen würdest?

Mein Bruder ist Schuld an meiner Leidenschaft für Musik. Dank ihm schlief ich vermutlich 20 Prozent weniger in meinem Leben. Als er in meiner Jugend Handball in Slowenien spielte, war sein Verein eine Stunde von unserer Heimat entfernt. Dadurch kam er erst gegen Mitternacht nach Hause. Wir teilten uns ein Zimmer. Ich schlief bereits, weil ich um sechs aufstehen musste, um in die Schule zu gehen. Er nahm seine Kopfhörer, um laut Musik zu hören. Dadurch konnte ich nicht schlafen. Aber ich war nicht sauer, weil mir seine Musik so gut gefiel. Bis heute schickt er mir seine Musik zu, um mein Feedback zu erhalten. Ich bin sein bester Kritiker.

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