Ein Meisterstück in Berlin
Saison 19/20 Bundesliga Spielberichte | 04. Sep 2019

Das hat Spaß gemacht! Das GWD-Team hat viele Zweifler und Skeptiker verstummen lassen und bei den Füchsen Berlin einen ebenso überraschenden wie überzeugenden 29:25-Erfolg gefeiert. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit zogen die Grün-Weißen nach der Pause davon und brachten den Vorsprung mit viel Herzblut und Courage über die Zeit.

Leidenschaftlich, teilweise aber auch etwas ungestüm präsentierte sich die junge Mindener Mannschaft in der Berliner Schmeling-Halle in den ersten Minuten. Lucas Meister war derjenige, der diese Eigenschaften am deutlichsten verkörperte. Drei Tore und zwei Mal zwei Minuten standen für den Kreisläufer nach nur sieben Minuten zu Buche. Seine Arbeitseinsätze fanden demzufolge fast nur noch in der Offensive statt, weil Frank Carstens einen frühzeitigen Ausfall des Mannes mit der Nummer 2 nicht riskieren wollte. Am Ende hatte Meister sechs Mal eingenetzt und sich damit zum besten GWD-Schützen gekrönt. Aber auch die Mitspieler des Schweizers machten in der Hauptstadt auf sich aufmerksam und stellten den Berliner Angriff mit einer variablen Deckung vor sichtliche Probleme. Selbst mit insgesamt fünf Zeitstrafen in den ersten 30 Minuten agierte das GWD-Team absolut auf Augenhöhe mit den Füchsen und verleitete deren Trainer Velimir Petkovic zu einigen Schimpftiraden in den Auszeiten. Nachdem Marian Michalczik die 13:12-Pausenführung für die Gäste erzielt hatte, dürfte es auch in der Berliner Kabine noch einmal laut geworden sein.

Mit einer Torhüterparade auf jeder Seite begann der zweite Durchgang und auch diese Aktionen hatten Symbolcharakter, denn sowohl Dejan Milosavljev also auch Malte Semisch lieferten eine starke Partie ab. Doch im Gegensatz zu Milosavljevs Vorderleuten, die den Erwartungen nicht gerecht wurden, legten die Ostwestfalen eine imposante Vorstellung hin. Kaltschnäuzig nutzten die Grün-Weißen die Verunsicherung der Füchse immer wieder aus und spielten sich nach dem 15:15 (36.) in einen wahren Rausch. Tor um Tor bauten Juri Knorr, Lucas Meister & Co. ihren Vorsprung aus und hatten sich beim 16:22 (44.) schon ein komfortables Polster zugelegt. Was immer auch die Füchse in dieser Phase probierten, sie fanden ihren Meister in Malte Semisch. Petkovic versuchte, in Person von Michael Müller und Silvio Heinevetter mehr Routine in die Partie zu bringen und den Mindenern mit einer sehr offensiven Deckung den Schwung zu nehmen. Aber die Grün-Weißen wackelten nur ein wenig. Christoph Reißky und Marian Michalczik erzielten wichtige Treffer in der kritischen Phase wenige Minuten vor dem Abpfiff. „Es war ganz wichtig, dass wir unser Spiel spielen und ruhig bleiben. Nach der Halbzeit haben wir dann zugeschlagen. So macht Handball einfach Spaß“, freute sich Torhüter Malte Semisch nach dem Spiel.

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens:
„Ich bin wirklich glücklich darüber, wie das Spiel gelaufen ist. Vor allem die Art und Weise, wie wir die Dinge in der zweiten Halbzeit durchgezogen haben, war wichtig. Wir haben in allen Bereichen sehr viel richtig gemacht und von vielen Spielern sehr gute Leistungen gesehen. Malte war heute der große Rückhalt, den wir gebraucht haben. Zudem haben wir viele Hilfen von der Bank bekommen.“

Velimir Petkovic: „Ich bin regelrecht erschrocken nach diesem Spiel. Ich wusste, dass es gegen Minden schwer wird und finde jetzt keine Erklärung, denn Verletzte gab es auf beiden Seiten. Minden hat uns gezeigt, wie man kämpft und an sich glaubt. Sie haben uns heute demontiert und blamiert. Wir haben vorne zu viele Fehler gemacht und hinten den Kampf vermissen lassen.“

Torschützen GWD: Lucas Meister (6), Marian Michalczik (5), Juri Knorr (4), Christoffer Rambo (4), Mats Korte (3), Max Staar (3), Miljan Pusica (2), Christoph Reißky (2).
Im Tor: Malte Semisch (1.-43. und 45.-60. mit 12 Paraden), Leon Grabenstein (bei einem gehaltenen Siebenmeter).

Torschützen Füchse: Hand Lindberg (7/4), Paul Drux (6), Mijaljo Marcenic (3), Tim Matthes (3), Johan Koch (1), Stipe Mandalinic (1), Dejan Milosavljev (1), Michael Müller (1), Frederik Simak (1), Fabian Wiede (1).
Im Tor: Dejan Milosaveljev (1.-43. und 52.-60. mit 9 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Silvio Heinevetter (43.-52.).

Zeitstrafen: Meister (3., 7.), Korte (9.), Knorr (15., 21.), Rambo (54.) – Lindberg (18.), Simak (23.), Wiede (55.).

Spielfilm: 2:2 (5.), 6:4 (10.), 7:7 (15.), 10:6 (20.), 10:10 (25.) 13:12 (30.), 15:14 (35.), 15:18 (40.), 17:23 (45.), 18:24 (50.), 21:26 (55.), 25:29 (60.).

Schiedsrichter: Sascha Wild und Fabian Baumgart
Zuschauer: 6.276

© GWD Minden – bra

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