Keine Punkte in hartumkämpftem OWL-Derby
Saison 22/23 Spielberichte | 10. Nov 2022

GWD Minden unterliegt beim TBV Lemgo Lippe nach einem intensiv geführten Duell mit 27:30 (13:14). Von Sekunde Eins an war es ein Derby, das durch die hohe Körperlichkeit seinen Namen verdiente. Die dezimierte Carstens-Sieben gab sich nach mehrfachen Rückständen im zweiten Durchgang nicht auf und lieferte bis zur Schlussphase einen verbissenen Kampf, der jedoch nicht belohnt wurde.

Die Anfangsphase des Ostwestfalen-Derbys wurde von den Defensivreihen beider Teams geprägt. Die Grün-Weißen waren hervorragend auf die Offensivstärken der Lipperländer eingestellt. Samuel Zehnder und Lukas Zerbe konnten auf den Außenbahnen anfangs fast vollständig aus dem Spiel genommen werden. Zudem sorgte der sehr bewegliche Innenblock für kaum ein Durchkommen an den Kreis, so dass der TBV vermehrt Abschlüsse aus der zweiten Reihe suchen musste. Nach torlosen Anfangsminuten erlöste Mats Korte die Zuschauer in der 6. Spielminute und netzte den Ball erstmalig ein. Die Mannschaft aus dem Mühlenkreis war nun das bestimmende Team. Vor allem der schnelle Rückraum der Gäste entwickelte ständig neue Lösungen, um zum Torerfolg zu kommen. Philipp Ahouansou suchte immer wieder verschiedene Abschlussmöglichkeiten und konnte auch unter Bedrängnis seine Nebenleute in Szene setzen. Über die Stationen 1:3 (9. Spielminute) und 4:7 (15. Spielminute) nahmen die Grün-Weißen das Ruder in die Hand. Durch die Agilität der Carstens-Sieben in der Defensive wurde es mehr und mehr ein kampfbetontestes und verbissenes Spiel. Dies zwang die Hausherren häufig unter Zeitdruck und war auch mit Zeitstrafen der Dankerser verbunden, die der TBV durch mehr Zweikämpfe in der Spielfeldmitte aktiv herbeiführte. Die freien Räume wusste das Team von Florian Kehrmann in Überzahl durch ein geduldiges Angriffsspiel zu nutzen. Insbesondere Niels Versteijnen war auf der halbrechten Angriffsseite nur schwer zu verteidigen. Stück für Stück schwand der Vorsprung der Grün-Weißen, die auch im Positionsangriff zunehmend nervöser und mit einer erhöhten Fehlerquote agierten. Zur Pause führten die Gastgeber knapp mit 13:14.

Nach dem Seitenwechsel erwischte der TBV den besseren Start. Erneut war es Niels Versteijnen, der durch seine wendige Spielweise die GWD-Defensive vor Probleme stellte. Dadurch kamen die Lipperländer beim Zwischenstand von 16:14 (34. Spielminute) in Führung. Die Grün-Weißen fingen sich aber schnell wieder und konnten an die Abwehrleistung aus der Anfangsphase anknüpfen. Insbesondere Malte Semisch hatte großen Anteil daran, dass seine Mannschaft auf Augenhöhe blieb. Er verhinderte hochkarätige Chancen der Hausherren, die nun mehr über die Außenpositionen zum Torabschluss kamen. In dieser Phase des Derbys zeigte die Carstens-Sieben ihr tempostarkes Umschaltspiel und erzielte per Darmoul-Doppelpack wieder die 20:18-Führung (42. Spielminute). Durch robuste Deckungsweise beider Teams fand das Spiel derweil einen neuen Härtegrad. Kein Ball wurde ohne intensiven Kampf dem Gegner überlassen und kaum eine Entscheidung der Unparteiischen fand ohne entsprechende Verhandlung der Spieler statt. Auch das Publikum beförderte die Atmosphäre auf ein neues Level und es wurde zunehmend hitziger in diesem OWL-Derby. Dadurch erhöhte sich auch die Fehlerquote beider Mannschaften und die Führung wechselte häufiger. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das mit dem 23:23-Unentschieden (49. Spielminute) die Crunchtime einläutete. Die Lemgoer brachten mit dem siebten Feldspieler eine weitere Anspielstation in ihren Positionsangriff, wodurch die Carstens-Sieben ein erhöhtes Laufpensum in der Defensive leisten musste. Der TBV spielte insgesamt geduldiger bis zur klaren Torchance und gab den Grün-Weißen nur selten eine Kontermöglichkeit. Auf der Gegenseite machte sich dagegen eine erhöhte Nervosität bemerkbar. Durch technische Fehler der Dankerser Jungs kam die Kehrmann-Sieben zu mehr Ballgewinnen und Gegenstoßtoren, wodurch die Gäste mit 24:28 (57. Spielminute) zunehmend in Hintertreffen gerieten. Diese Hypothek war bis zum Schlusspfiff zu hoch, so das GWD Minden im OWL-Derby nach einem harten und intensiven Spiel mit 27:30 unterlegen war.    

Am kommenden Sonntag empfängt GWD Minden die HSG Wetzlar. Anpfiff in der KAMPA-Halle ist um 16.05 Uhr.

Stimmen zum Spiel:

Frank Carstens: „Das war heute ein super intensives, packendes und schönes Handballspiel. Wir waren mit dem Herzen ganz weit vorne und haben uns nach Rückständen nie aufgegeben. Lemgo hat es im Angriff in der zweiten Hälfte insgesamt besser gemacht. Wir haben uns dagegen ein paar Fehler zu viel geleistet, aber unterm Strich immer wieder Chancen gehabt, um den Ausgleich zu erzielen. Zum Schluss konnte der TBV dann etwas besser verteidigen und die Punkte daher verdient sichern.“

Florian Kehrmann: „Nach dem Sieg in Kiel, war das heute wohl das schwerste Spiel. Wir haben immer wieder Nackenschläge kassieren und uns dadurch neu sortieren müssen. Meine Mannschaft hat die Situationen sehr gut aufgenommen und immer besser ins Spiel gefunden. Aber auch Minden hat gezeigt, dass sie einiges auf dem Kasten haben. Sie bekommen immer mehr Qualität in ihr Spiel und haben es uns heute sehr schwer gemacht. Daher bin ich sehr froh, dass wir diese zwei Punkte heute mitnehmen konnten.“

Torschützen GWD: Philipp Ahouansou (9), Amine Darmoul (6), Mats Korte (4/1), Justus Richtzenhain (3), Max Staar (2), Luka Sebetic (2), Timo Stoye (1).
Im Tor: Malte Semisch (mit 8 Paraden), Yahav Shamir.

Torschützen TBV: Samuel Zehnder (8/1), Emil Buhl Laerke (8), Niels Versteijnen (5), Lukas Zerbe (3), Gedeón Guardiola (3), Lukas Hutecek (1), Niko Blaauw (1), Tim Suton (1).
Im Tor: Borko Ristovski (mit 3 Paraden), Finn Zecher (mit 4 Paraden).

Zeitstrafen: Stoyke (12.,24.), Sebetic (16.), Korte (26.) – Brosch (41.)

Rote Karte: Tim Suton (20.)

Spielfilm: 0:0 (5.), 2:4 (10.), 4:7 (15.), 7:10 (20.), 10:11 (25.), 14:13 (30.), 16:15 (35.), 18:18 (40.), 21:21 (45.), 24:23 (50.), 26:24 (55.), 32:27 (60.),

Schiedsrichter: Ramesh & Suresh Thiyagarajah

Zuschauer: 3.317

© GWD Minden – vog / Foto: Matthias Wieking

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