Johannes Bitter gibt den zweiten Punkt nicht her
Saison 17/18 Bundesliga Spielberichte | 22. Okt 2017

GWD Minden war in Stuttgart zwar die spielerisch bessere Mannschaft, konnte am Ende gegen den stark ersatzgeschwächten TVB beim 27:27 (13:15) aber nur einen Zähler mitnehmen. Stuttgarts überragender Keeper Johannes Bitter besiegelte mit einem gehaltenen Siebenmeter in der letzten Sekunde die Punkteteilung.

Gegen die Gastgeber aus dem Süden taten sich die Grün-Weißen in der Anfangsphase vor allem im Angriff sehr schwer und starteten mit einem von Christoffer Rambo vergebenen Siebenmeter denkbar schlecht in die Partie. Der TVB, der neben Spielmacher Michael Kraus (Muskelfaserriss in der Wade) noch auf fünf weitere Leistungsträger verzichten musste, übernahm in der SCHARRena zunächst das Kommando. Als die Schwaben beim 8:5 (13.) zum ersten Mal mit drei Toren in Front lagen, zog Frank Carstens Konsequenzen, nahm eine Auszeit und brachte Andreas Cederholm und Sören Südmeier ins Spiel. Sein Team war danach weniger anfällig für Fehler, spielte nun besonnener auf und hatte das Ergebnis nach dem 9:10 (23.) durch Aleksandar Svitlica gedreht. Die Dankerser profitierten außerdem davon, dass den Hausherren nach dem zwischenzeitlichen Ausfall von Michael Schweikardt mittlerweile die ordnende Hand fehlte und man etliche Ballverluste im Angriff produzierte. Wäre nicht der bärenstarke Johannes Bitter im TVB-Tor gewesen, hätte die Mindener Führung zur Pause durchaus schon höher ausfallen können. So beendete Nenad Bilbija mit einem einigermaßen glücklichen Freiwurftreffer zum 13:15 in der Schlusssekunde den ersten Durchgang.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte waren es die Stuttgarter, die zunächst den besseren Eindruck machten. Beim 17:16 und 18:17 (37.) hatten die Schwaben wieder knapp die Nase vorn. Das GWD-Team, nach wie vor mit einer starken Abwehrleistung, rieb sich in der Offensive immer wieder an Johannes Bitter auf. Der ehemalige Nationalkeeper und Bobby Schagen auf der rechten Außenbahn hielten den TVB im Spiel, das an Spannung und Dramatik mehr und mehr zunahm. Mit einer offenen Deckungsvariante gelangen der Carstens-Sieben in der Schlussphase noch einige Ballgewinne, doch auch hier fand das Leder im Gegenzug nicht den erhofften Weg ins TVB-Tor. Beim 27:26 (59.) für die Hausherren konnte das GWD-Team bestenfalls noch auf einen Punktgewinn hoffen. Der anschließende Ausgleichstreffer von Magnus Gullerud nährte diese Hoffnung weiter. Als Luka Zvizej in der letzte Sekunde zum Siebenmeter antrat, war sogar noch mehr drin. Doch der Slovene machte das Quartett an vergebenen Strafwürfen voll und scheiterte erneut an Johannes Bitter. „Diese Szene hat das Spiel auf den Punkt gebracht“, befand Frank Carstens nach dem Abpfiff die Situation symptomatisch für den Spielverlauf.

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens: „Heute waren eine Menge Emotionen drin. Es war ein typisches Kellerduell. Am Ende des Tages war es ein Duell Minden gegen Bitter. Die Jungs werden den vielen vergebenen Chancen sicherlich hinterher trauern. Aber wenn wir auswärts bei Konkurrenten punkten, ist das immer gut.“

Torschützen GWD: Marian Michalczik (5), Luka Zvizej (4/3), Andreas Cederholm (3), Magnus Gullerud (3), Aleksandar Svitlica (3), Nenad Bilbija (2), Dalibor Doder (2), Christoffer Rambo (2), Anton Mansson (1), Miljan Pusica (1), Sören Südmeier (1).
Im Tor: Espen Christensen (1.- 60. mit 7 Paraden).

Torschützen TVB: Bobby Schagen (9/5), Max Häfner (4), Manuel Späth (4), Dominik Weiss (4), Stefan Salger (2), Michael Schweikardt (2), Tobias Schimmelbauer (1), Samuel Rothlisberger (1).
Im Tor: Johannes Bitter (1.-60. mit 19 Paraden davon 3 Siebenmeter).

Spielfilm: 2:2 (5.), 6:4 (10.), 8:6 (15.), 9:9 (20.), 10:11 (25.), 13:15 (30.), 15:16 (35.), 19:19 (40.), 21:22 (45.), 23:22 (50.), 26:24 (55.), 27:27 (60.).

Strafminuten: Rambo (11., 56.), Gullerud (34.), Südmeier (40.), – Schimmelbauer (16.), Salger (31.), Späth (44.).

Zuschauer: 2.185
Schiedsrichter: Thomas Hörath und Timo Hofmann

© GWD Minden – bra

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