In Magdeburg fehlt der Supermann
Bundesliga Saison 16/17 Spielberichte | 26. Mai 2017

Spiele zwischen GWD Minden und dem SC Magdeburg sind in der Saison 2016/2107 eine sehr klare Angelegenheit. Nach Mindens Zehn-Tore-Erfolg in der Hinrunde revanchierte sich der SCM in eigener Halle mit einem 37:25 (21:11)-Sieg. Gegen die souverän und kompromisslos aufspielenden Gastgeber fand das GWD-Team zu keiner Phase die passenden Mittel.

Ehe Christoffer Rambo nach vier Minuten zum ersten Mal für seine Farben traf, hatte der SC Magdeburg bereits drei Mal erfolgreich vollstreckt. Erst dann konnten die Gäste den Anfangsschwung des SCM etwas bremsen. Das Spieltempo blieb trotzdem hoch und mit ihm auch die Fehlerquote. Auf beiden Seiten endeten viele Pässe in den Händen des Gegners, die bessere Vorstellung lieferte unter dem Strich aber der Gastgeber ab, der nach zwanzig Minuten bereits mit 14:7 in Front lag und den Ostwestfalen klar ihre Grenzen aufzeigte. Und das Team von Bennet Wiegert schaltete noch einen Gang höher, machte über die schnellen Außen Matthias Musche und Robert Weber weiterhin viel Druck und konnte beim 18:8 (25.) den ersten Zehn-Tore-Vorsprung notieren. Am diesem Abstand änderte sich bis zur Pause nichts. Als die Magdeburger mit dem 21:11 in die Kabine gingen, hatte die „Flügelzange“ Weber/ Musche allein 14 Treffer erzielt.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit gingen die drei ersten Tore auf das Konto des Tabellenfünften und die grün-weiße Niederlage schien katastrophale Züge anzunehmen. Doch ganz so schlimm sollte es nicht kommen. Am erfolgreichsten wehrte sich noch Kim Sonne gegen den Sturmlauf des SCM, weil er ein paar Mal gegen die freistehenden Angreifer parieren konnte. Über 27:17 (42.), 30:20 (47.) und 35:22 (53.) marschierte die Wiegert-Sieben zielstrebig dem nächsten Heimerfolg entgegen. „Hier regiert der SCM“, skandierten die knapp 6.000 Zuschauer in der GETEC-Arena wenige Minuten vor dem Abpfiff. Mindens Nachwuchsmann Max Staar ließ sich davon nicht beeindrucken, erzielte beim 23:36 und 24:37 seine ersten Bundesligatreffer und sorgte damit für zwei Positivmomente aus Dankerser Sicht.

„Mit welcher Konsequenz und Schnelligkeit der SCM hier zu Werke geht, ist schon beeindruckend. Wenn man bedenkt, dass es das vierte Spiel in einer Woche war, ist das toll. Von unserer Mannschaft hätte ich mehr Kampf erwartet“, zieht Frank von Behren vor der Energieleistung des Gegners den Hut. Mit der Leistung seiner Schützlinge war Mindens Sportlicher Leiter allerdings sichtlich unzufrieden. Die Tatsache, die zweite Halbzeit annähernd ausgeglichen gestaltet zu haben, mag da nur ein schwacher Trost gewesen sein. Auch Trainer Frank Carstens suchte nach der Partie vergeblich nach einem Heilsbringer in seinem Team: „Wenn Du gegen so einen Gegner gewinnen willst, brauchst Du schon einen Supermann, der Dir das Spiel rettet und den hatten wir heute einfach nicht.“

Bereits am kommenden Mittwoch empfängt das GWD-Team den TVB Stuttgart in der heimischen KAMPA-Halle und hat dann gegen das Kellerkind die Chance, wieder für ein Erfolgserlebnis zu sorgen.

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens: „Wir haben uns hier heute wesentlich mehr vorgenommen. Wir haben sehr viele Tempotore bekommen und nicht genügend Mittel dagegen gefunden. Wir sind nie richtig in den Deckungsverband gekommen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich unter dem Strich zufrieden. Gegen den SCM in der momentanen Form war für uns einfach nichts zu holen.“

Bennet Wiegert: „Ich will heute gar nicht das Spiel analysieren. Ich möchte einfach meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen für diese Woche. Das war der Wahnsinn. Die Art, wie wir auch mit Rückschlägen umgegangen sind, ist einfach ganz viel wert.“

Torschützen GWD: Charlie Sjöstrand (6/2), Christoffer Rambo (5), Dalibor Doder (2), Helge Freiman (2), Marian Joakim Larsson (2), Michalczik (2), Max Staar (2), Aleksandar Svitlica (2), Magnus Gullerud (1), Moritz Schäpsmeier (1).
Im Tor: Gerrie Eijlers (1.-25. mit 4 Paraden), Kim Sonne Hansen (25.-60. mit 9 Paraden).

Torschützen SCM: Robert Weber (10/3), Matthias Musche (8), Fabian von Olphen (4), Mads Christiansen (3), Michael Damgaard (2), Yves Grafenhorst (2), Daniel Pettersson (2), Christian O´Sullivan (2), Jacob Bagersted (1), Marko Bezjak (1), Zeljko Musa (1), Nemanja Zelenovic (1).
Im Tor: Jannick Green (1.-49. mit 10 Paraden), Dario Quenstedt (48.-60. mit 4 Paraden, davon 1 Siebenmeter).

Spielfilm: 4:1 (5.), 7:4 (10.), 9:5 (15.), 13:7 (20.), 18:8 (25.), 21:11 (30.), 24:12 (35.), 26:15 (40.), 29:17 (45.), 31:21 (50.), 36:22 (55.), 37:25 (60.).

Strafminuten: Schäpsmeier (18., 28.), Svitlica (37., 42.) – Zelenovic (58.).

Zuschauer: 5.981
Schiedsrichter: Nils Blümel und Jörg Loppaschewski

© GWD Minden – bra

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