GWD vor schwerer Heimaufgabe
Bundesliga | 04. Dez 2014

In der abgelaufenen Saison konnten die Kieler im spannendsten Bundesliga-Finale aller Zeiten am letzten Spieltag noch die Meisterschaftsschale ergattern, nachdem sie nur aufgrund des Torverhältnisses noch die Rhein-Neckar Löwen von der Spitze verdrängten. Das Finale der Champions League dürfte dafür aber umso schmerzlicher gewesen sein: ausgerechnet gegen den Erzrivalen aus Flensburg verlor man in der Lanxess Arena das Spiel um die europäische Krone. Um auch in dieser Saison wieder in allen Wettbewerben oben angreifen zu können, verstärkte sich der THW enorm. Mit Steffen Weinhold, Joan Canellas und Domagoj Duvnjak holten sie drei Hochkaräter nach Schleswig-Holstein. Und auch für die nächste Saison sind die Weichen schon auf Erfolg gestellt: bereits vor Monaten wurde der Transfer von Torhüter Niklas Landin bekannt gegeben. Der zurzeit wohl beste Keeper der Welt steht aktuell bei den Löwen aus Mannheim zwischen den Pfosten, dem stärksten Konkurrenten um die Meisterschaft.

Wie stark die Mannschaft besetzt ist, wird deutlich, wenn man sich die Länderspieleinsätze der Spieler anschaut: Von 18 Akteuren im Kader haben lediglich vier Mann noch keine A-Länderspiele bestritten – diese vier kommen aus den Jahrgängen 1992 und 1995.

Doch die neue Spielzeit begann mit einem, aus Kieler Sicht höchst unerfreulichen, Paukenschlag. In Lemgo setzte es gleich im ersten Saisonspiel eine Niederlage und wenig später dann eine weitere in Balingen. Danach kam die Maschinerie allerdings ins Rollen, die Neuzugänge haben sich besser eingefunden und der THW gewinnt seitdem seine Spiele zumeist deutlich und souverän. Seit 17 Pflichtspielen hat man nicht mehr verloren und das, obwohl mit Aaron Palmarsson und Filip Jicha zwei Langzeitverletzte zu verkraften waren. Palmarsson feierte beim Champions League-Sieg gegen La Rioja sein Comeback und wird wohl auch in Minden dabei sein.

Es bleibt abzuwarten, welches Gesicht die Mindener Mannschaft am Sonntag zeigt. In der heimischen KAMPA-Halle konnten sie bei Siegen gegen Berlin und zuletzt gegen Hamburg überzeugen und die Fans begeistern. Auswärts sieht das Ganze jedoch anders aus. In den letzten drei Partien in der Fremde hatte man nach sehr schlechten ersten Halbzeiten keine Chance mehr auf einen Punktgewinn. Dabei waren die Gegner keineswegs vom Format eines Champions League-Siegers, sondern allesamt Mannschaften auf Augenhöhe. Doch das Team gibt sich kämpferisch und glaubt weiter an seine Qualitäten. „Unsere Aufgabe bis Weihnachten ist es, den Abstand zu den vorliegenden Mannschaften zu verkürzen. Die Lücke darf jetzt nicht zu groß werden“, berichtet Kapitän Jens Vortmann.

Trainer Goran Perkovac sieht das ganz ähnlich. Die Situation sei analysiert worden und man blicke nach vorn. „Wenn wir bis zur Pause 14 Punkte haben ist das gut, 15 wären sogar sehr gut.“ äußert der Kroate seine Zielsetzungen für den Dezember. Die Freude auf das Spiel gegen die Mannschaft von der Kieler Förde ist auch beim Trainer groß: „Spiele gegen Top-Mannschaften machen immer Spaß. Es ist wichtig, dass wir auf uns selbst schauen und nicht zu sehr auf den Gegner. Wenn wir das schaffen, dann können wir auch eine gute Leistung bringen.“ Taktisch werden die Mindener sicherlich wieder ähnlich auftreten wie gegen den HSV, mit einem starken Mittelblock und Dalibor Doder, der aus der Abwehr heraus das Spiel aufbauen soll. Die Vorgabe des Trainers ist es außerdem, geduldig zu spielen, denn „Kiel ist sehr reaktionsschnell, Fehler werden in Sekundenschnelle bestraft“.
Anwurf der Partie ist um 15 Uhr, die Tageskasse öffnet ab 13 Uhr. Schiedsrichter sind Thomas Hörath und Timo Hofmann.

©  GWD Minden – kel

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