GWD setzt auf die eigenen Gesetze des Derbys
Bundesliga | 19. Dez 2014

Wenn man aber doch von einer Favoritenrolle sprechen möchte, dann hat diese sicherlich der Gast aus Lübbecke inne. Vor allem in den Auswärtsspielen zeigte die Mannschaft von Dirk Beuchler oftmals starke Leistungen und fegte beispielsweise die TSG Friesenheim mit 40:25 aus der Halle und bot bereits zweimal den Kielern in der Sparkassen-Arena Paroli. Zuletzt am vergangenen Mittwoch im Achtelfinale des DHB-Pokals, als man lediglich mit einem Tor verlor. „Sie spielen auswärts wie beflügelt“, erzählt GWD-Trainer Goran Perkovac. In der heimischen Merkur-Arena sieht das Ganze allerdings schon anders aus. Dort holte man erst zwei Siege, von Heimstärke kann daher nicht die Rede sein. Am 29. August dürfte dieser Umstand dem GWD-Team allerdings mehr als recht gewesen sein. Dessen 26:23-Auswärtserfolg war nämlich einer der bisherigen Saisonhöhepunkte für die in letzter Zeit arg gebeutelten Grün-Weißen. „Im Hinspiel haben wir 40 Minuten ganz schwach gespielt, haben aber trotzdem nie den Glauben verloren und um jeden Ball gekämpft. Da war Entschlossenheit bis zur letzten Sekunde zu sehen“ erinnert sich Perkovac an die erste Begegnung gegen den TuS. Seitdem wartet man an der Weser übrigens vergebens auf Punkte aus der Fremde.

Vor dem Derby könnte die Stimmung in Minden besser sein. Die Ergebnisse der letzten Spiele waren nicht überzeugend und auch die Verletztensituation macht nur wenig Hoffnung auf Besserung. Im Pokal schied man am Mittwoch nach schwacher Leistung gegen Göppingen aus und in der Liga holte man aus den letzten acht Begegnungen nur einen Sieg. Am Samstag fehlen die beiden langzeitverletzten Sören Südmeier und Nenad Bilbija, Miladin Kozlina und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Christoffer Rambo. Auf Seiten der Lübbecker wird man erleichtert sein, dass Rambo nicht auflaufen kann, denn im Hinspiel brachte er GWD mit acht Toren allein in der zweiten Halbzeit auf die Siegerstraße. „Im Moment haben wir nicht die Spieler, die ein Spiel mit ihrer Qualität entscheiden können. Wir müssen jetzt einfach mehr Emotionen und Freude auf das Feld bekommen“, analysiert Perkovac die aktuelle Situation der Dankerser.

Was den Mindener Fans dennoch Hoffnung machen kann ist allein die Tatsache, dass es sich um das Derby handelt und die Spieler mit einer Extramotivation in die Partie gehen: „In der Bundesliga geht es um das nackte Überleben. Wir wollen und müssen das Derby gewinnen. Bereits im Hinspiel haben wir die Partie mit einer tollen kämpferischen Leistung für uns entschieden. Trotz aller Verletzungen, die uns derzeit dezimieren, werden wir alles geben, um die Oberhand zu behalten“, berichtet Arne Niemeyer, der bereits einige Derbys bestritten hat, sowohl für GWD als auch für den TuS. „Das Spiel am Samstag wird im Kopf entschieden. Jeder weiß worum es geht, wir müssen jetzt unbedingt punkten. Wenn wir mit Freude in das Spiel gehen, dann ist für uns etwas drin. In den Debys hat nicht immer unbedingt der Favorit gewonnen“, ergänzt er. Auch sein Kumpel aus Lübbecker Zeiten Jens Schöngarth freut sich auf das Spiel am Samstag: „Es gibt nur ein wahres Derby in Deutschland“, zeigt er sich begeistert. Auf den Halbrechten sollten die Dankerser besonders aufpassen. Zurzeit läuft er zur Höchstform auf und wurde nicht zu Unrecht in den 28er-Kader für die WM im Januar berufen. Die gesamte Mannschaft des TuS scheint gut aufgestellt zu sein, neben den erfahrenen Spielern wie Ales Pajovic, Drago Vukovic und Nikola Blazicko, die allesamt auch schon internationale Erfolge feiern durften, bekommen junge Talente wie Ramon Tauabo und Christian Dissinger ihr Chance. Dissinger wird das Derby allerdings aufgrund von Knieproblemen verpassen.

„Der TuS hat viele Shooter in seinen Reihen, die ein Spiel entscheiden können. Allerdings geben sie an schlechten Tagen auch viele Bälle im Angriff her“, weiß Arne Niemeyer von seinen ehemaligen Mannschaftskollegen zu berichten.

Anpfiff der Partie, die dann vollkommen ausverkauft sein dürfte, ist um 19 Uhr. Schiedsrichter sind Peter Behrens und Marc Fasthoff.

©  GWD Minden – kel

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