GWD Minden quält sich zum Sieg
Bundesliga | 04. Mai 2014

Für den ersten Treffer benötigten die Grün-Weißen Fortunas Hilfe: Moritz Schäpsmeiers Lattenkracher wurde in der 3. Minute von Rene Villadsen ins eigene Tor gelenkt. Nach dem Debakel in Gummersbach war die Mannschaft dann zunächst kaum wiederzuerkennen: angefangen mit Jens Vortmann, der in der Anfangsviertelstunde gleich mit vier Paraden zu überzeugen wusste, über die aufmerksame Abwehrreihe und das gut organisierte Angriffsspiel. Doch nach der schnellen 5:1-Führung (10.) kehrte bei den Mindenern der Schlendrian ein. Ein vergebener Siebenmeter, ein Lattentreffer und zwei weitere vergebene Möglichkeiten erlaubten den Gästen aus Thüringen postwendend den Ausgleich. Der personell angeschlagene ThSV witterte Morgenluft und gestaltete die Partie nun offen. Das war gegen ein GWD-Team, das nun wieder in alte Schwächen verfiel, nicht schwer. Die wenigen Treffer, die die Hausherren bis zur Pause erzielten, resultierten aus Einzelaktionen, die spielerische Linie fehlte vollkommen. In der Abwehr wurde nur halbherzig zugepackt und das Aufbauspiel der Eisenacher nicht entscheidend gestört. Als Christoffer Rambo kurz vor dem Wechsel den 11:12-Anschlusstreffer erzielte, war das zu diesem Zeitpunkt fast noch schmeichelhaft.

Schon früh hatte Goran Perkovac sein Team wieder aus der Kabine aufs Feld geschickt. Das sorgte zumindest bei Anders Persson für die nötige Frische, denn der Keeper knüpfte an seine guten Leistungen aus der Schlussphase der ersten Halbzeit an. Seine Vorderleute benötigten etwas mehr Zeit, doch die Hausherren kämpften sich ins Spiel und machten aus einem 13:15-Rückstand (36.) eine 16:15-Führung. Danach waren es immer wieder die Paraden des schwedischen Keepers, die dem GWD-Team Leben einhauchten und die Basis für schnelle, einfache Tore legten. Bei den Gästen häuften sich nun die Zeitstrafen – ein Umstand, den die Mindener durchaus zu nutzen wussten. Langsam aber sicher bauten die Grün-Weißen ihren Vorsprung aus und diese Tatsache schien der Mannschaft im Angriff etwas mehr Sicherheit zu verleihen. Ließ Aljoscha Schmidt die Chance zum 24:19 noch aus, so gelang dem starken Linksaußen der Treffer eine Minute später. Aber die Gastgeber leisteten sich auch in dieser Phase wieder unnötige Fehler und machten es noch einmal spannend. Und so wurden die letzten Minuten wieder zur nervlichen Zerreißprobe. Nach dem 23. Treffer der Gäste zog sich der nächste GWD-Angriff über fast 90 Sekunden in die Länge, um dann wegen Zeitspiels abgepfiffen zu werden. Hätte Jens Vortmann den Gegenstoß von Bjarki Elisson nicht bravourös pariert, wäre es noch einmal ganz kribbelig geworden. So bleib es beim 25:23 für GWD Minden, das damit nur noch sehr theoretisch um den Klassenerhalt bangen muss.

Stimmen zum Spiel:
Goran Perkovac: „Eisenach hat heute wirklich einen sehr intelligenten Handball gespielt. Wir wollten auf Tempo spielen und das hat der ThSV erfolgreich verhindert. Wir wussten, dass es heute ein schweres Spiel wird. Die Mannschaft hat dann eine starke Moral gezeigt. Man darf nicht vergessen, dass auch uns drei absolute Leistungsträger fehlen. Mit diesen 2 Punkten können wir jetzt um Einiges beruhigter in die nächsten Wochen gehen.“

Adalsteinn Eyjolfsson: „Ich glaube, wir haben mit einem relativ kleinen Kader das Bester herausgeholt. Im Angriff haben wir sehr diszipliniert gespielt und Minden damit lange geärgert. Auch unsere Deckung und die Torhüter haben gut funktioniert. Minden hat uns dann in den Unterzahlsituationen geschlagen. Am Ende hat dann vielleicht die Torhüterleistung den Ausschlag gegeben. Aber ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen.“

Torschützen GWD: Aljoscha Schmidt (8/1), Nenad Bilbija (5), Dalibor Doder (4), Christoffer Rambo (4), Moritz Schäpsmeier (2), Oliver Tesch (1), Aleksandar Svitlica (1).
Im Tor: Jens Vortmann (1.-24. und 54.-60. mit 7 Paraden), Anders Persson (24.-54. mit 9 Paraden).

Torschützen ThSV: Aivis Jurdzs (6), Bjarki Elisson (5/1), Faruk Vrazalic (5), Hannes Jon Jonsson (3), Benjamin Trautvetter (2), Mikel Aguirrezabalaga Garcia (1), Adrian Wöhler (1).
Im Tor: Rene Villadsen (1.-43. und 51.- mit 8 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Stanislav Gorobtschuk (43.-51.).

Spielfilm: 2:0 (5.), 5:1 (10.), 5:4 (15.), 7:8 (20.), 9:11 (25.), 11:12 (30.), 13:14 (35.), 16:15 (40.), 19:17 (45.), 23:19 (50.), 24:22 (55.), 25:23 (60.).

Strafminuten: Torbrügge (29.), Tesch (48., 60.) – Jurdzs (36., 47.), Vrazalic (41.), Wöhler (52.), Aguirrezabalaga (60.).
Zuschauer: 2.750

Schiedsrichter: Matthias Brauer und Kay Holm

  

 
© GWD Minden – bra

Harting Melitta Porta Möbel e.on GWD Pool
Wago EDEKA Barre Mindener Tageblatt WEZ Gufried Hummel Select HDZ-NRW Stadt Minden AS Sport