Grün-Weiße Aufholjagd bleibt unbelohnt
Saison 22/23 Bundesliga Spielberichte | 15. Dez 2022

GWD Minden muss sich im Duell gegen die MT Melsungen mit 28:31 (16:19) geschlagen geben. Nach einem zwischenzeitlichen Fünf-Tore Rückstand konnte die umschaltstarke Carstens-Sieben durch Kontertore wieder verkürzen. In der Schlussphase gelang es aber nicht mehr diese Energieleistung in entscheidende Treffer zu verwandeln.

Die dezimierte Mannschaft aus dem Mühlenkreis hatte mit Startschwierigkeiten zu kämpfen und leistete sich zu Beginn der Partie in der Offensive einfache Ballverluste, die der Favorit aus Hessen direkt zur 0:2-Führung (4. Spielminute) nutzte. Die Grün-Weißen fanden aber schnell in die Spur und kamen über ihre laufstarke Deckung ins Spiel. Die vorgezogenen Halbverteidiger drängten die wurfgewaltigen Rückraumspieler der Gastgeber in das Abwehrzentrum, wo sich Timo Stoyke und Max Janke bereits formiert hatten. Die Dankerser erzwangen dadurch MT-Abspiele aus unklaren Situationen und belohnten sich für ihre Arbeit mit Ballgewinnen. Zielsicher leitete die Carstens-Sieben das Umschaltspiel ein und kam somit zur 3:5-Führung (8. Spielminute). Auch im Positionsspiel waren die Grün-Weißen mit hohem Tempo unterwegs und das häufige Kreuzen im Rückraum offenbarte so manche Lücke in der Melsunger Defensive. Dennoch schlichen sich beim Abschluss der Gäste immer wieder Unkonzentriertheiten ein. Auch MT-Schlussmann Adam Morawski spielte sich bei freien Würfen mehr und mehr in die Köpfe der Ostwestfalen, so dass die Gastgeber ebenfalls ihr temporeiches Umschaltspiel in die Tat umsetzten konnten. Während das Spiel immer mehr an Fahrt aufnahm, schwand der Grün-Weiße Vorsprung und die Hausherren konnten beim Stand von 15:10 (24. Spielminute) das Ruder in die Hand nehmen. Bis zur Pause ließen sich die Dankerser Jungs aber nicht abschütteln und verkürzten zum 19:16-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Grün-Weißen wieder entschlossener. Im Positionsangriff übernahm Amine Darmoul mehr Verantwortung und war häufig in Eins-gegen-Eins-Aktionen nicht zu verteidigen. Auf der Gegenseite ließ die Defensive der Gäste in der Spielfeldmitte weniger zu, so dass die MT vermehrt den Ball Richtung Außenbahnen transportieren musste. Es ergaben sich Abschlussmöglichkeiten, die Malte Semisch aber immer besser entschärfen und dadurch das Konterspiel zusätzlich befeuern konnte. Durch Tomás Urban und Florian Kranzmann verkürzten die Grün-Weißen Stück für Stück die Führung der Hausherren, die nach dem 21:22-Anschlusstreffer wieder ins Wanken geriet. Das Spiel wurde jetzt hektischer und beide Teams versuchten vermehrt über Einzelaktionen die Kontrolle zurückzugewinnen. Die Ostwestfalen fielen aber in alte Muster zurück und ließen klare Tormöglichkeiten ungenutzt. Durch Gegenstöße konnte sich die MT Melsungen somit erneut ein Vier-Tore Polster aufbauen. Dennoch ging es auch in der Schlussphase weiterhin Schlag auf Schlag. Der Ball wechselte mehrfach pro Minute den Besitzer, so dass sich keiner seiner Sache endgültig sicher seinen konnte. Kurz vor dem Abpfiff konnten die Dankerser zum 28:30 (60. Spielminute) verkürzen. Frank Carstens sortierte die GWD-Abwehr anschließend auf eine offensive Manndeckung um. Schnell sollte der nächste wichtige Ballgewinn erzielt werden. Die Hessen spielten ihren Angriff allerdings mit viel Übersicht zu Ende und erzielten über die Rechtsaußen-Position den 28:31-Endstand.

Am zweiten Weihnachtstag reist GWD Minden zum Rekordmeister THW Kiel. Im letzten Spiel des Jahres fliegt der Ball ab 20.00 Uhr.

Stimmen zum Spiel:

Florian Kranzmann: „Wir haben uns im ersten Durchgang nach mehreren Minuten in Unterzahl selbst Steine in den Weg gelegt und zu viele Bälle durch Konter bekommen. Die MT ist eine ballsichere und schnelle Mannschaft, denen so etwas in die Karten spielt. Wir schauen jetzt auf das nächste Spiel und wollen gegen den THW Kiel alles geben. Vielleicht können wir uns dann auch selbst ein Weihnachtsgeschenk machen.“

Julius Kühn: „Ich denke, wir haben heute auf beiden Seiten zwei ganz unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In den ersten 30 Minute fallen viele Tore und der zweite Durchgang war dagegen von den Defensivleistungen geprägt. Wir konnten heute in den entscheidenden Phasen einen kühlen Kopf bewahren und meist noch etwas drauflegen. Trotzdem darf man GWD Minden nie abschreiben. Das war ein Fehler, durch den sie kurzzeitige wieder auf ein Tor verkürzen konnten.“

Torschützen GWD: Amine Darmoul (8), Florian Kranzmann (7/2), Philipp Ahouansou (3), Mathias Bitsch (3), Doruk Pehlivan (2), Tomás Urban (2), Maximilian Janke (1), Magnus Holpert (1), Gil Kunkel (1).
Im Tor: Malte Semisch (mit 12 Paraden, davon 2 Siebenmeter), Yahav Shamir

Torschützen MTM: Dimitri Ignatow (5), Elvar Örn Jonsson (5), Kai Häfner (5), Agustin Casado (4/2), Andre Gomes (3), Aidenas Malasinskas (2/2), Gleb Kalarash (2), Julian Fuchs (2), Rogerio Moraes Ferreira (1), Florian Drosten (1), Arnar Freyr Arnarsson (1).
Im Tor: Adam Morawski (mit 13 Paraden), Nebojsa Simic

Zeitstrafen: Pehlivan (20., 25.) –

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:6 (10.), 9:8 (15.), 12:10 (20.), 16:11 (25.), 19:16 (30.), 22:17 (35.), 22:20 (40.), 25:24 (45.), 28:24 (50.), 30:25 (55.), 31:28 (60.).

Schiedsrichter: Julian Fedtke & Niels Wienrich

Zuschauer: 3.118

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© GWD Minden – vog / Foto: Alibek Kaesler

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