“Es war eine intensive Zeit”
Allgemein | 24. Jan 2018

Die sportliche Liaison zwischen Frank Carstens und Frank von Behren feierte jüngst ihren Jahrestag. Seit Januar 2017 arbeiten der Sportliche Leiter von Behren und Trainer Carstens nun zusammen am Erfolg der Mannschaft. Zeit, mit den beiden, die früher Seite an Seite für GWD um Bundesligapunkte gekämpft haben, ein gemeinsames Fazit zu ziehen. 

Euer erstes gemeinsames Jahr bei GWD Minden geht nun zu Ende. Wie würdet Ihr es bewerten?

Frank von Behren: Als ich angetreten bin, hatten wir eine sportlich recht komfortable Ausgangslage. Die zentralen Fragen „Wo wollen wir hin und wie wollen wir das personell erreichen“ konnten darum sehr gut angehen. Der Start in die neue Saison war dann zugegeben etwas holprig, aber wir haben uns gefangen und später gute Ergebnisse erzielt. Unter dem Strich kann man das Jahr 2017 als außerordentlich gelungen betrachten. Es ist aber nur ein Einstieg und gibt uns genügend Motivation, jetzt weiter zu machen!

Frank Carstens: Spannend dabei ist die Entwicklung des Arbeitsprozesses, die Frage inwieweit sich jeder hier einbringen kann. Da muss ich sagen, dass es eine intensive Zeit war und dass wir auf einem guten Weg sind. Die Mannschaft haben wir jeweils gut eingestellt und sind im zweiten Jahr hintereinander zur Halbserie in einer Situation, die uns für das Kadermanagement gute Perspektiven bringt. Wie sagt man so schön, „so far, so good“.

Gab es Anlaufschwierigkeiten bis ihr ein eingeschworenes Team wart?

Carstens: Wir kannten uns von früher, aber ist 15 Jahre her und es war ein ganz anderes Verhältnis – mit viel weniger Verantwortung. Deshalb ist es nur logisch, dass der ein oder andere Kampf ausgetragen wurde. Was aber letztlich zählt, ist, dass das Ergebnis stimmt und wir erfolgreich sind.

von Behren: Der Vorteil ist ganz klar, dass wir uns als Typen schon kannten. Ich weiß, wie Frank arbeitet. Das gemeinsame Arbeiten bedeutet zudem, sich auch ab und zu mal einfach in Ruhe zu lassen. Und das ist die große Kunst, sich in diese Rollen einzufinden. Ich gebe zu, das hat ein wenig gedauert.

Wie oft tauscht ihr euch unter der Woche aus?

von Behren: Es gibt Phasen, in denen wir uns nicht intensiv austauschen. Das ist immer davon abhängig, was gerade so ansteht und wie es läuft. Ich spreche Frank beispielsweise niemals in eine Spielvorbereitung hinein! Aber es gibt durchaus Momente, in denen wir uns mehr und intensiver austauschen. Dieses Gespür zu entwickeln, wann der andere Ruhe haben möchte oder wann man Themen besprechen kann, dafür haben wir eine gewisse Sensibilität entwickelt.

Im Spitzensport wird der Erfolg an den Ergebnissen und der Integration der Zugänge gemessen. Wie seid ihr mit dem jetzigen Kader und insbesondere mit den neuen Spielern zufrieden?

Carstens: Es geht immer besser und besser, keine Frage. Aber wenn man sieht, was wir für einen Umbruch hinter uns haben und wie wir beispielsweise die Zentrale in der Abwehr verändert haben, dann sind wir heute auf einem hohen Niveau und haben einige Erwartungen eventuell sogar übertroffen. Vor allem die Entwicklung des Tempospiels ist hervorragend. Nach knapp drei Jahren ist es gelungen, dies sichtbar zu verändern. Das liegt ganz klar am Kadermanagement. Da hat Frank gute Spieler gefunden, die in unser Profil passen.

von Behren: Die Entwicklung ist außerordentlich positiv. Frank hat die Spieler entwickelt und das ist für mich die erfreulichste Sache. Die große Aufgabe in der Rückserie wird sein, diese Konstanz beizubehalten. Und wir sind uns im Klaren, dass der nächste Schritt viel schwieriger wird. Jetzt geht es nur noch um Kleinigkeiten und irgendwann sind wir an unserer Grenze angelangt.

Ein großes Thema ist immer wieder die Belastungs- und Regenerationssteuerung der Spieler in einem eng getakteten Spielplan. Wie ist dieser Bereich zu bewerten?

Carstens: Im Sommer bekamen wir einen Anreiz, wie wir dieses Thema angehen können und bis auf Charlie Sjöstrand habe ich einen kompletten Kader zur Verfügung. Das ist bei anderen Bundesligisten nicht der Fall. Ein einziger verletzter Spieler ist nichts. Ich hatte Jahre, da mussten bis Weihnachten drei Spieler nachverpflichtet werden. Da sind wir auf einem vernünftigen Weg.

Mit nun 16 Punkten befindet sich GWD Minden nicht im Abstiegskampf. Steckt Ihr bereits in den Kaderplanungen für die kommende Saison?

von Behren: Das ist unsere ständige Aufgabe. Wir beurteilen immer die Leistungen der Spieler und streben nach unserem Ziel, spätestens in drei Jahren einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Dafür müssen wir uns sportlich, aber auch wirtschaftlich entwickeln.

Carstens: Wir können solche Gedankengänge viel früher hegen. Das war vor zwei Jahren beispielsweise nicht möglich. Seit dem Wiederaufstieg haben wir immer sehr frühzeitig Gewissheit über den Klassenerhalt gehabt. Das ist ein riesiger Fortschritt, das gab es lange nicht.

Welches Profil müssen Spieler haben, die für GWD Minden auflaufen?

von Behren: Der Spieler muss von seiner Mentalität in unser Team passen. Da reicht es für mich nicht aus, im Vorfeld nur Videos anzuschauen. Wir sind ein bodenständiger Verein und Spieler, die ihr Glück in Berlin finden, die werden in Minden nicht unbedingt zufrieden sein. Durch unser Scouting müssen wir Spieler finden, die sowohl ein großes Potential als auch den Glauben an unser Konzept und unsere Philosphie mitbringen. Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch ein Ausbildungsverein sind.

 

© GWD Minden – lvs

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