„Die Stimmung war einmalig“ – GWD-Spieler blicken auf WM zurück
Allgemein | 01. Feb 2019

Nach der WM ist vor der Bundesliga-Rückrunde. Unsere vier WM-Fahrer befinden sich nach ihrem Urlaub mittlerweile wieder in der Vorbereitung mit ihren Mannschaftskollegen. Wir haben die WM nochmal mit ihnen Revue passieren lassen.

Während der Serbe Miljan Pusica und Kevin Gulliksen (Norwegen) nach dem WM-Abenteuer schon wieder in der Rückrundenvorbereitung mit GWD stecken, haben die beiden Finalteilnehmer Magnus Gullerud und Espen Christensen ein paar Tage mehr Urlaub bekommen. So ganz abgehakt sind die zweieinhalb Wochen in Dänemark und Deutschland bei dem Quartett aber natürlich noch nicht. Zu viele Erlebnisse und Eindrücke sind bei der WM auf die Nationalspieler eingeprasselt. Vor allem die Stimmung habe dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wie Abwehrspezialist Pusica berichtet: „Bei allen Spielen war eine top Atmosphäre, vor allem in Berlin war die Stimmung einmalig.“

Für ihn und seine Serben war leider schon nach der Vorrunde Schluss, nachdem das Team von Nenad Perunicic Niederlagen gegen Frankreich, Brasilien und Deutschland einstecken musste. Nur gegen Korea gelang ein Sieg, gegen die Russen reichte es nur zu einem Unentschieden. Nach den zwei Platzierungsspielen im Rahmen des President´s Cup in Kopenhagen gegen Bahrain (32:27) und Argentinien (28:30) stand ein enttäuschender 18. Platz zu Buche. Dementsprechend nüchtern fällt das sportliche Fazit von Pusica, der bei dem Turnier sechsmal einnetzte, aus: „Ich bin absolut nicht zufrieden mit dem sportlichen Abschneiden. Wir haben unser Ziel nicht erreicht, was für uns sehr frustrierend ist. Mit meiner Leistung bin ich auch nicht wirklich glücklich. Ich habe nur ein paar gute Spiele gemacht, sodass ich nicht an mein Maximum gekommen bin.“

Ganz anders sieht die Stimmungslage dagegen bei den drei Norwegern aus. Die Nordeuropäer marschierten mit deutlichen Siegen gegen Tunesien, Saudi-Arabien, Österreich und Chile durch die Vorrunde, lediglich den Dänen musste sich die Berge-Sieben das erste Mal geschlagen geben. In der Hauptrunde gelang im entscheidenden Duell gegen Schweden ein 30:27-Erfolg, auch die Pflichtaufgaben gegen Ägypten und Ungarn wurden erfolgreich bestritten, womit der Halbfinaleinzug feststand. Dort wurde Gastgeber Deutschland nach starker Leistung mit 31:25 besiegt. „Das Spiel gegen Deutschland war für mich das größte bei der WM“, meint Gullerud. Im Finale war Dänemark mit den eigenen Fans im Rücken schließlich eine Nummer zu groß (22:31). Zwar ist die Enttäuschung über das verlorene Finale gegen den Gastgeber immer noch zu spüren, jedoch überwiegt bei dem Trio der Stolz über die gezeigten Leistungen sowie den Gewinn der Silbermedaille. „Wenn man ins Finale kommt, kann man eigentlich nur zufrieden sein. Gerade wenn man die Verletzungen, Krankheiten und den harten Spielplan betrachtet“, sagt Gullerud. Der Kreisläufer spielte als zentraler Abwehrspieler im Innenblock eine ganz wichtige Rolle im Team von Christian Berge. Seine enorme Bedeutung für den Vizeweltmeister wird auch in den Statistiken deutlich: Gullerud ist hinter Deutschlands Patrick Wiencek der zweitbeste Verteidiger in puncto Blocks und Steals (26), sowie mit 16 Balleroberungen der beste „Stealer“ des gesamten Turniers. Auch im Angriff ging der Mindener bei Tempogegenstößen mit nach vorne, musste aber ansonsten in der Offensive dem Ex-Löwen Bjarte Myrhol den Vortritt lassen. Trotzdem gelangen ihm neun Tore.
Überragend lief die WM auch für Torwart Christensen. Zwar musste sich der Goalie mit der „1B“-Rolle hinter Flensburg-Keeper Torbjorn Bergerud begnügen, bekam aber nichtsdestotrotz ordentlich Spielzeit und wusste diese auch zu nutzen: Mit 38% gehaltener Bälle weist er zusammen mit Weltmeister Niklas Landin und dem Kroaten Stevanovic die beste Quote im gesamten Turnier auf.
Auch Rechtsaußen Kevin Gulliksen zieht ein allgemein positives Fazit, auch wenn er persönlich gerne eine größere Rolle gespielt hätte: „Ich denke, wir haben eine gute WM gespielt und sollten mit der Silbermedaille zufrieden sein. Ich persönlich bin zwar nicht enttäuscht, aber um ehrlich zu sein hätte ich schon gerne mehr gespielt. Wenn ich auf dem Feld war, habe ich aber, denke ich, einen guten Eindruck hinterlassen.“ Der 22-jährige Rechtsaußen war nach der Vorrunde aus taktischen Gründen durch den Kreisläufer Petter Overby vom HC Erlangen ersetzt worden. Trotzdem warf der Blondschopf neun Tore.

Nun steht für das Quartett also die Bundesliga-Rückrunde an. Zum Auftakt geht es am Sonntag, den 10. Februar, zum Auswärtsspiel nach Erlangen. Das erste Heimspiel steigt am Donnerstag, den 14. Februar, wenn GWD die Rhein-Neckar-Löwen empfängt. „Ich freue mich darauf, wenn es wieder los geht. Ich denke, die Pause hat uns gutgetan, gerade wenn man die Verletzungen betrachtet, die wir vor Weihnachten hatten“, blickt Gulliksen positiv auf die Rückrunde. Auch für den Dankerser Abwehrspezialisten Pusica kommt der Bundesligastart nach der eher enttäuschenden WM gerade recht: „Zuerst möchte ich das Selbstvertrauen zurückgewinnen, was bei der WM ein Stück weit verloren gegangen ist. Dann müssen wir uns als Team steigern, wir können mehr als es die Tabelle momentan zeigt.“ Auch Gullerud bringt es nochmals auf den Punkt: „Ich hoffe, dass wir nochmal unsere Form finden und viele geile Spiele abliefern.“

© GWD Minden – jk

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