Derbysieg nach starker zweiter Halbzeit
Bundesliga | 29. Aug 2014

Wie schon im ersten Saisonspiel gegen die HSG Wetzlar tat sich das GWD-Team in der Anfangsphase verdammt schwer. Mit der kompakten Abwehr der Gastgeber hatten die Dankerser immense Probleme und brachten kaum einen ernstzunehmenden Wurf aufs gegnerische Tor. Erst nach acht Minuten eröffnete Miladin Kozlina den grün-weißen Torreigen, die Lübbecker hatten zu diesem Zeitpunkt allerdings schon viermal eingenetzt. Die Mindener taten sich im Positionsspiel weiterhin sehr schwer, schafften es kaum, ihre Leute in Szene zu setzen. Zwei weitere Rückraumtreffer von Kozlina waren das Einzige, das auf GWD-Seite in der ersten Viertelstunde zu notieren war. In der Abwehr zeigten die Mindener zwar großen Einsatz, konnten aber letzten Endes zu wenig Bälle erobern, um wenigstens im Gegenstoßspiel zum Erfolg zu kommen. In engen Situationen waren die Hausherren oft die entscheidenden Hundertstel früher am Ball und hatten obendrein noch häufiger das Glück auf ihrer Seite.
Aber die Grün-Weißen kämpften sich in die Partie. Der starke Florian Freitag und auch Christoph Steinert trugen sich nun ebenfalls in die Torschützenliste ein. Bis zum 8:10 (26.) konnten die Gäste den Vorsprung verringern, dann nahm eine Zeitstrafe gegen Marco Oneto wieder den Schwung. Mit seinem fünften Treffer erzielte Miladin Kozlina kurz vor der Pause das 9:12. Sein Team nahm damit genau den Rückstand mit in die Kabine, den es sich in den ersten Minuten eingehandelt hatte.

Mit großer Entschlossenheit kam das GWD-Team aus der Kabine und konnte durch Yves Kunkel und Marco Oneto weiter verkürzen. Stark auch, wie die Grün-Weißen danach eine doppelte Zeitstrafe unbeschadet überstanden und selbst in zweifacher Unterzahl durch Christoffer Rambo trafen. Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide, der Lautstärkepegel war in der mit 3.250 Zuschauern ausverkauften Merkur Arena auf dem Höhepunkt. Nach 40 Minuten wurde GWD Minden zum ersten Mal für seinen großartigen Kampf belohnt: Marco Oneto erzielte per Gegenstoß den 15:15-Ausgleich. Eine weitere Parade des mittlerweile bärenstarken Jens Vortmann ermöglichte im nächsten Angriff sogar die Führung durch Christoffer Rambo. Mit zwei weiteren Zeitstrafen strapazierte das Schiedsrichtergespann das Nervenkostüm der Mindener danach aufs Äußerste. Der TuS zog wieder vorbei. Doch die Gäste hatten einen Christoffer Rambo, der wie verwandelt aus der Kabine kam und nach der Pause unwiderstehlich traf. Bis zum 21:19 (50.) für die Grün-Weißen hatte der Norweger bereits sechs Treffer beigesteuert. Ein paar schwächere Abschlüsse der Dankerser und eine weitere Zeitstrafe gegen Marco Oneto brachten dem TuS wieder Vorteile in einem mittlerweile hitzigen Derby. Doch in der Schlussphase der Partie reihte sich bei den Gastgebern ein Fehler an den anderen. Zwei Zeitstrafen gegen Pajovic und Schöngarth taten ihr Übriges. Der GWD-Express hingegen war kurz vor dem Abpfiff nun nicht mehr zu stoppen. In den letzten drei Minuten sorgten Miladin Kozlina, Aleksandar Svitlica und Christoffer Rambo für den insgesamt verdienten 26:23-Erfolg der Gäste.

Stimmen zum Spiel:
Goran Perkovac:
„Die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen und uns unglaublich schlecht bewegt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns richtig gut auf den Gegner eingestellt und mit einer starken Abwehr den Angriff von Lübbecke komplett zerstört. Hätten wir nicht so viele Zeitstrafen gehabt, wäre das Spiel schon früher entschieden worden.“

Dirk Beuchler: „Am Schluss war das Ergebnis O.K. In der ersten Halbzeit waren wir sehr präsent und hätten sogar höher zur Pause führen können. In der zweiten Halbzeit habe ich versucht durchzuwechseln, aber es hat irgendwo nichts mehr geklappt. Dann haben wir am Ende auch den Kopf hängen lassen.“

Torschützen GWD: Christoffer Rambo (8), Miladin Kozlina (7), Florian Freitag (3), Marco Oneto (3), Yves Kunkel (2/1), Aleksandar Svitlica (2), Christoph Steinert (1).
Im Tor: Jens Vortmann (1.-60. mit 16 Paraden), Moritz Krieter (bei einem Siebenmeter).

Torschützen TuS: Richard Wöss (6/2), Drago Vukovic (5), Gabor Langhans (3), Christian Dissinger (2), Ales Pajovic (2), Jens Schöngarth (2), Tim Remer (2), Ramon Tauabo (1).
Im Tor: Nikola Blazicko (1.-39. mit 6 Paraden, davon 2 Siebenmeter), Malte Semisch (39.-60. mit 3 Paraden)

Spielfilm: 3:0 (5.), 6:1 (10.), 7:3 (15.), 8:4 (20.), 10:7 (25.), 12:15 (30.), 13:11 (35.), 15:15 (40.), 18:18 (45.), 19:21 (50.), 23:22 (55.), 23:26 (60.).

Strafminuten: Schäpsmeier (19.), Oneto (27., 55.), Steinert (34.), Torbrügge (34., 42.), Kozlina (42.) – Pajovic (24., 48., 58.), Wöss (30.), Dissinger (57.), Schöngarth (60.)
Disqualifikation: Ales Pajovic (58. nach 3 Zeitstrafen)
Zuschauer: 3.250

Schiedsrichter: Andreas und Marcus Pritschow

© GWD Minden – bra

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