Der THW Kiel gewinnt ein „eigenartiges Spiel“ in Minden
Spielberichte Saison 14/15 | 07. Dez 2014

Balleroberung durch Miladin Kozlina, schneller Gegenstoß von Dalibor Doder, 4:2 für GWD Minden – in der 6. Spielminute sah Goran Perkovac einen Spielzug, der seiner Wunschvorstellung ziemlich genau entsprochen haben dürfte. Auch danach funktionierte das Spiel der Hausherren über weite Strecken wirklich gut und die Grün-Weißen hatten bereits nach zehn Minuten mehr Feldtore erzielt als manch anderes Mal in einer kompletten Halbzeit. Die konzentrierte Leistung bescherte den Mindenern bis zum 9:9 (17.) eine ausgeglichene Partie. Danach ließen sich die Ostwestfalen von der THW-Abwehr aber auch zu einigen Fehlern verleiten. Vor allem Dalibor Doder riskierte angesichts der vielversprechenden Anfangsphase einige überhastete Abschlüsse, die zu Ballverlusten führten.

Die GWD-Deckung arbeitete ordentlich und so blieben die Dankerser dem Favoriten lange Zeit auf den Fersen, doch dann schlug der Verletzungsteufel bei den Mindenern gleich wieder doppelt zu: Innerhalb weniger Minuten mussten sowohl Miladin Kozlina (Schulter) als auch Florian Freitag vom Feld, der von einem Rambo-Wurf unglücklich am Kopf getroffen wurde. Während die Gehirnerschütterung von Freitag nur ein kurzfristiges Problem darstellen dürfte, lässt die Schulterverletzung von Miladin Kozlina allerdings einen Ausfall für längere Zeit befürchten.

In die Kategorie „unnötig“ fiel dann die doppelte Zeitstrafe gegen Aljoscha Schmidt und Aleksandar Svitlica kurz vor dem Wechsel. Beide mussten wegen Meckerns vom Feld und nahmen nicht nur die Zeitstrafen, sondern auch noch einen 11:13-Rückstand mit in die Kabine. Zwei Treffer mussten die Grün-Weißen nach dem Wechsel in Unterzahl hinnehmen, das 11:15 bedeutete angesichts des Gegners dann schon eine kleine Vorentscheidung. In der Tat ließen sich die Zebras nun die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Das GWD-Team, durch die beiden Ausfälle sichtlich geschwächt, tat sich nun deutlich schwerer, zeigte aber Kämpferqualitäten. So erzielten die Dankerser das 16:21 (45.) durch Dalibor Doder sogar in Unterzahl und überstanden eine weitere doppelte Unterzahl (Svitlica und Doder) einigermaßen unbeschadet. Die Mindener Personalmisere führte indes zu neuen Konstellationen im Angriffsspiel: Moritz Schäpsmeier hatte die Rolle des Mittelmannes übernommen und Dalibor Doder füllte die halblinke Position aus. So spielten die Gastgeber weiterhin ordentlich mit und zeigten auch in dieser Phase noch ansehnliche Kombinationen. Am Erfolg des THW bestanden jedoch zu keinem Zeitpunkt mehr Zweifel. Die Partie endete mit 23:32 aus Sicht der Grün-Weißen.

Stimmen zum Spiel:
Goran Perkovac: „Der THW hat verdient gewonnen, vielleicht ein wenig zu hoch. In den ersten Minuten haben wir einen sehr soliden Handball gespielt. Schade ist natürlich, dass Miladin ausgefallen ist. Aber wir haben mehr Kampf und eine bessere Leistung gezeigt als in Melsungen.“

Alfred Gislason: „Wir wussten ganz genau wie das Spiel sein würde. Wir waren von Anfang an wach und haben besonders in der Deckung gut gestanden. Im Angriff waren wir diszipliniert und haben so am Ende verdient gewonnen. Aber irgendwie war es ein eigenartiges Spiel.“

Torschützen GWD: Dalibor Doder (6/1), Arne Niemeyer (4), Christoffer Rambo (3), Aljoscha Schmidt (3/2), Aleksandar Svitlica (3), Moritz Schäpsmeier (2), Christoph Steinert (1), Nils Torbrügge (1).
Im Tor: Jens Vortmann (1.-25. und 42.-60. mit 12 Paraden), Gerrie Eijlers (25.-42. mit 2 Paraden).

Torschützen THW: Joan Canellas (6/2), Domagoj Duvnjak (6), Aron Palmarsson (6), Steffen Weinhold (5), Marko Vujin (3), Niclas Ekberg (2), Patrick Wiencek (2), Rune Dahmke (1), Dominik Klein (1).
Im Tor: Johan Sjöstrand (1.-60. mit 17 Paraden).

Spielfilm: 3:2 (5.), 6:5 (10.), 7:7 (15.), 9:10 (20.), 10:13 (25.), 11:13 (30.), 12:16 (35.), 14:19 (40.), 16:22 (45.), 18:24 (50.), 20:29 (55.), 23:32 (60.).

Strafminuten: Schmidt (30.), Svitlica (30., 46.), Torbrügge (40.), Jernemyr (43.), Doder (46.) – Wienczek (25., 38.), Toft Hansen (49.), Weinhold (52.), Lauge (56.).
Zuschauer: 2.890

Schiedsrichter: Thomas Hörath und Timo Hofmann

  

 
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