Den Schwung am Ende verloren
Saison 19/20 Allgemein Spielberichte | 29. Aug 2019

Fulminant gestartet und am Ende eingebrochen. GWD Minden ließ sich im ersten Heimspiel der Saison vom SC DHfK Leipzig mehr und mehr die Butter vom Brot nehmen und unterlag verdient mit  21:25 (12:9). Die Grün-Weißen beeindruckten zwar mit einem rasanten Start, fanden am Ende aber keine Mittel mehr gegen die deutlich souveräner auftretenden Gäste.

Für die Leipziger war es ein ungeliebtes Déjà-vu. Wie schon zum Saisonauftakt geriet der SC DHfK in den ersten Minuten deutlich ins Hintertreffen. Je drei Tore von Marian Michalczik und Kevin Gulliksen sowie zwei Treffer von Christoffer Rambo leiteten den anfänglichen Sturmlauf für die Hausherren von der Weser ein, die mit viel Emotionen in das Spiel gegangen waren. Ein 8:1 zeigte die Spieluhr in der KAMPA-Halle nach dreizehn Minuten an und so mancher Zuschauer rieb sich nach der durchwachsenen Leistung der Dankerser in der Vorbereitung verwundert die Augen. Die Gäste aus Leipzig machten schnell deutlich, dass sie sich nicht so leicht geschlagen geben würden und kamen schneller ins Spiel zurück als es den Mindenern lieb war. Ein starker Joel Birlehm im Tor war Basis der Aufholjagd der Messestädter, die viele Ungenauigkeiten im GWD-Angriff für Ballgewinne und Gegenstoßtore nutzten. Beim 8:4 (16.) hatte das GWD-Team die Hälfte des Vorsprungs bereits eingebüßt, beim 10:8 (23.) konnte man den Atem der Verfolger schon deutlich spüren. Gut für die Hausherren, dass auch deren Keeper Malte Semisch einen ordentlichen Tag erwischt hatte und mit seinen sieben Paraden zur Pause dafür sorgte, dass der Vorteil weiterhin auf Seiten der Ostwestfalen lag.

„Jetzt brauchen sie Euch“, richtete Hallensprecher Klaus Smolareck nach dem Wiederanpfiff einen Appell an die gut 2.000 Mindener Fans. In der Tat musste deren Team eine schwierige Phase  durchleben, weil die Leipziger gerade einen 10:13-Rückstand ausgeglichen hatten. Frank Carstens brachte Magnus Gullerud in das Abwehrzentrum und Leon Grabenstein ins Tor, aber es wurde für die Grün-Weißen noch ärgerlicher. In doppelter Unterzahl gelang dem überragenden Franz Semper die erste Gästeführung, Christoffer Rambo handelte sich dabei eine Zeitstrafe ein. Der Offensivschwung der Anfangsphase war längst dahin und bei den Gastgebern häuften sich die Fehler. Der SC DHfK Leipzig agierte mit zunehmender Spielzeit abgeklärter und deckte die Mängel im Mindener Spiel gnadenlos auf. Der GWD-Auftritt wirkte immer statischer, den Grün-Weißen fehlten die Ideen, um die sattelfeste Leipziger Abwehr auszuhebeln und so starben die grün-weißen Hoffnungen schon einige Minuten vor dem Abpfiff. „Man muss gerade bei einer jungen Mannschaft immer mit Rückschlägen leben. Ich wünsche mir einfach, dass wir mit etwas mehr Geduld und Verantwortung unsere Lösungen suchen. Da müssen wir bald einen Schritt weiterkommen“, so die Analyse von Frank von Behren nach der Partie.

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens:
„Wir haben es nicht geschafft, unsere Emotionen und die Euphorie über die gesamte Zeit aufrecht zu erhalten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann auch die Qualität in der Deckung eingebüßt. Wir sind dann unter Druck geraten und das hat Leipzig sehr gut aufgenommen. Trotzdem bin ich nicht total unzufrieden, weil wir hier kämpferisch viel aufgeboten haben. Wir müssen jetzt unseren Weg einfach weitergehen und mehr Tiefe im Team entwickeln.“

André Haber: „Wir haben jetzt zweimal innerhalb weniger Tage einen großen Rückstand aufgeholt, was für die Moral meiner Mannschaft spricht. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir gute Lösungen gefunden und auch von einer außergewöhnlichen Torhüterleistung profitiert. Minden hat in der ersten Halbzeit mit sehr viel Leidenschaft agiert. “

Torschützen GWD: Kevin Gulliksen (7), Marian Michalczik (4/2), Christoffer Rambo (4), Christoph Reißky (2), Joscha Ritterbach (2), Savvas Savvas (1), Lucas Meister (1).
Im Tor: Malte Semisch (1.-43. und 45.-60. mit 12 Paraden), Leon Grabenstein (43.-45.).

Torschützen SC DHfK: Franz Semper (10), Lukas Binder (4), Marko Mamic (3), Philipp Weber (3), Luca Witzke (2), Alen Milosevic (1), Lucas Krzikalle (1), Bastian Roschek (1).
Im Tor: Joel Birlehm (1.-60. mit 22 Paraden, davon 3 Siebenmeter), Jens Vortmann (bei Siebenmetern).

Zeitstrafen: Pusica (43.), Rambo (46.), Meister (57.) – Mamic (25.), Witzke (25., 44.), Roschek (43.).

Spielfilm: 3:1 (5.), 5:1 (10.), 8:3 (15.), 10:6 (20.), 10:8 (25.) 12:9 (30.), 12:10 (35.), 14:13 (40.), 16:16 (45.), 17:20 (50.), 19:24 (55.), 21:25 (60.).

Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Piper
Zuschauer: 2.033

© GWD Minden – bra

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