Brand, Klühspies und Porzner würdigen den „GWD-Spirit“
Bundesliga | 07. Jun 2014

Machen wir uns nichts vor: Das 90-jährige Jubiläum des TSV GWD Minden ist die vorweggenommene 100-Jahr-Feier des Traditionsvereins. Großer Festakt, DHB-Präsident, Prominenz aus Wirtschaft, Sport und Politik, Goldringträger, Großer Rathaussaal; demnächst FC Barcelona, Buchpräsentation, Museumsausstellung – großes Kino für den größten Werbeträger der Stadt.

„Die Dankerser hatten schon immer ein Gespür für ungewöhnliche Aktionen“, sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer am Samstag in seiner Festrede vor 200 geladenen Gästen treffend dazu.

„Die Idee wurde auf unserer letzten Jahreshauptversammlung geboren. Wir wollten all den Sportlern und Ehrenamtlichen, die den Verein in den 50ern und 60ern groß und bekannt gemacht haben, unseren Respekt erweisen“, erklärte der amtierende GWD-Vorsitzende Horst Bredemeier den Grund für das vorgezogene runde Jubiläum. Die Helden von einst stehen mittlerweile in den 70ern. „Herbert Lübking, Fritz Spannuth, Erwin Heuer, Bernd Munck, Klaus Barlach, das waren große Vorbilder für uns“, zog Ex-Bundestrainer Heiner Brand in seiner Videobotschaft seinen Hut vor den Legenden „von Grün-Weiß Dankersen, wie ich immer noch sage“.

„Mein unbeliebtester deutscher Verein“

Die schönsten Komplimente gab es von den sportlichen Rivalen von einst. „Ihr seid für mich der unbeliebteste deutsche Handball-Verein“, schimpfte Altmeister Kurt Klühspies in seinem Videostatement – und meinte doch das Gegenteil. „Egal ob 1967, 1971 oder 1977, in den wichtigen Endspielen haben wir Großwallstädter immer gegen euch Dankerser verloren“, zollte Klühspies Respekt auf Mainfranken-Art. Das kam gut an im Rathaussaal.

Auch Erwin Porzner (Kopf des alten Großfeld-Dauerrivalen TV Ansbach) erinnerte sich an historische Duelle. „Immerhin durfte ich 1966 mit Herbert Lübking, Fritz Spannuth, Bernd Munck und Erwin Heuer in einer Mannschaft zusammen spielen“, so Porzner. Deutschlands Nationalmannschaft wurde mit Porzner und vier Dankersern Weltmeister auf dem Großfeld. „Noch heute treffen wir uns jährlich“, würdigt Porzner den Sportsgeist seiner Dankerser Freunde. Ex-Nationalspieler Peter Hattig aus Dortmund erinnerte sich an seine Privatduelle mit Herbert Lübking. „TuS Wellinghofen gegen Grün-Weiß Dankersen, das war ein Classico“, sagte Hattig.

Die Bedeutung von GWD für den Sport, für Jugendarbeit und für das Image des Mühlenkreises wurde in den Grußworten von Bürgermeister Michael Buhre, Landrat Dr. Ralf Niermann, HVW-Präsident Michael Neuhaus und in der Laudatio von DHB-Präsident Bauer deutlich. „In diesem Verein wird der Leistungsgedanke gelebt. Dieser Spirit, den die Mindener Mannschaften immer ausstrahlen, ist einzigartig“, erklärte Westfalens Handball-Chef Neuhaus. „GWD ist ein Werbeträger und ein Aushängeschild, kurz ein großes Stück Minden“, formulierte es Michael Buhre. „Der Verein gehört ebenso zu diesem Kreis wie die Mühlen, die Weser und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal“, pflichtete Landrat Niermann dem bei. Dass es auch weniger rosige Zeiten gab, daran erinnerte der ehemalige Landrat Heinrich Borcherding, Vorsitzender in den 90er Jahren.

Harting: Ein Mann wie Hotti ist Gold wert

Dafür, dass die Jubelfeier nicht gar zu pathetisch und trocken geriet, sorgte der „Chef“ persönlich. Horst Bredemeier würzte seine Begrüßung und die später folgenden Ehrungen mit reichlich Bonmots, hatte für jeden eine nette Anekdote parat.

„Dieser Mann ist Gold für den Verein wert“, brachte der neue Ehrenringträger Dietmar Harting mit Blick auf Bredemeier die Meinung aller Gäste auf den Punkt. „Ich hoffe, dass er noch lange in seinem Amt verbleibt“, so Harting in seinem Schlusswort.

© Jürgen Knicker

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