Applaus trotz Niederlage
Saison 17/18 Bundesliga Spielberichte | 14. Dez 2017

Wieder eine starke Mindener Leistung, zwischendurch sogar das Unentschieden erkämpft, doch am Ende hat sich Favorit THW Kiel am 17. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga gegen GWD Minden mit 30:27 (16:15) durchgesetzt. 

Zunächst sah es in der fast ausverkauften Kieler Ostseehalle nicht danach aus, dass die Grün-Weißen die Partie so lange spannend halten würden. Die Carstens-Sieben, bei der Sören Südmeier für Kapitän Dalibor Doder agierte, lagen relativ fix nach sechs Minuten mit 1:4 hinten. Vor allem Rückraumspieler Christoffer Rambo verwarf mehrere Bälle. Doch in der Folge steigerte sich die Leistung der Dankerser und nach ganz schnellen drei Minuten und vier Toren in Folge lagen sie mit 5:4 in Front.  Vor allem das Zusammenspiel zwischen Südmeier und Kreisläufer Magnus Gullerud funktionierte hervorragend. Doch zu Ungunsten der Gäste hielt jene Führung nicht lange, drehten die Zebras den Spielstand und kassierten erst kurz vor dem Pausenpfiff den 15:15-Ausgleich durch Anton Mansson. Die 15 mitgereisten GWD-Fans wähnten sich schon in voller Freude ob dieser Halbzeit-Überraschung, doch Miha Zabarec traf mit der Pausensirene zur Kieler 16:15-Führung. Dass zu diesem Zeitpunkt keine Mindener Führung auf dem Videowürfel stand, daran hatte THW-Torwart Niklas Landin einen erheblichen Anteil. Kim Sonne Hansen im Mindener Gehäuse hielt zwar auch vier Würfe, konnte seinen Kontrahenten, der insgesamt am heutigen Abend acht Paraden verzeichnete, aber nicht übertrumpfen.

Auch nach dem Seitenwechsel sollten die Torhüter im Fokus stehen. Auf GWD-Seite brachte Carstens Espen Christensen, doch der Kieler Angriff war an diesem Abend zu stark für die Dankerser Defensive. GWD schaffte es nicht mehr so effektiv, wie noch im ersten Abschnitt, die nötige Durchschlagskraft an den Tag zu legen. Als Kiels Trainer Alfred Gislason dann auch seinen Keeper wechselte und Andreas Wolff ins Geschehen schickte, schien der Respekt der Mindener weiter zu wachsen. „Wir haben vorne und hinten gute Ansätze gezeigt, waren aber oft einen Schritt zu spät. Kiel war da oft einen Ticken besser und das hat sich auch im Ergebnis wieder gespiegelt“, analysierte Südmeier nach der Partie.

Der von ihm angesprochene fehlende Schritt lag vermutlich auch ein wenig am eigenen Glauben, dieses Spiel doch noch gewinnen zu können, sodass am Ende zwar mit drei Toren verloren wurde, man dennoch erhobenen Hauptes aus der Halle ging. Dies sah auch Mindens Sportlicher Leiter Frank von Behren so: „Wir haben uns teuer verkauft. Für einen Punkt sind wir leider nicht in Frage gekommen, dennoch konnten wir den THW über weite Strecke ärgern. Wenn ich ein wenig kritisieren müsste, dann wäre dies der fehlende letzte Glaube.“

Mit der Niederlage endete nicht nur die Hinrunde, die GWD sensationell mit 14 Pluspunkten beendete, sondern auch die „Dezember-Kracher“ mit den weiteren Duellen gegen Flensburg-Handewitt und Hannover-Burgdorf. In all diesen Partien stellte die Carstens-Sieben unter Beweis, dass sie gegen die Großen der Liga mithalten und teilweise mehr als ärgern kann. Darauf lässt sich aufbauen, sodass in den zwei abschließenden Partien des Jahres gegen Lübbecke und Wetzlar die Maximalausbeute erreicht werden kann!

Stimmen zum Spiel: 

Frank Carstens: „Heute muss man ehrlich sagen, dass wir nicht wirklich für einen Sieg in Frage gekommen sind. Ein bisschen mehr hätte ich mir gehofft. Aber wir haben immerhin bestätigt, dass wir die Underdog-Rolle vernünftig ausfüllen. In der zweiten Halbzeit haben sich bei uns die technischen Fehler gehäuft. Wir hatten auch nicht die Anzahl an Torwartparaden wie im letzten Jahr. Trotzdem kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen.“

Alfred Gislason: „Es war das erwartet schwere Spiel. Minden hat in den letzten Wochen sehr gute Leistungen gezeigt und darum wussten wir auch, was uns erwartet. Uns haben heute einige wichtige Spieler gefehlt, den anderen hat man angemerkt, dass Konzentration und Frische fehlten. In der ersten Halbzeit haben wir einfach die Entscheidungen zu früh getroffen. Das hat Minden besser gemacht.“

Torschützen GWD: Christoffer Rambo (4), Andreas Cederholm (3), Anton Mansson (3), Marian Michalczik (3), Aleksandar Svitlica (3/1), Nenad Bilbija (2), Magnus Gullerud (2), Mats Korte (2), Miljan Pusica (2), Sören Südmeier (2), Luka Zvizej (1/1).
Im Tor: Kim Sonne Hansen (1.-30. mit 4 Paraden). Espen Christensen (30.- 60. mit 4 Paraden).

Torschützen THW: Niclas Ekberg (5/4), Lukas Nilsson (5), Ole Rahmel (4), Marko Vujin (4), Nikola Bilyk (3), Emil Frend-Ofors (3), Patrick Wiencek (3), Rune Dahmke (1), Mika Zarabec (1), Christian Zeitz (1).
Im Tor: Niklas Landin (1.-46. mit 8 Paraden), Andreas Wolff (46.-60. mit 5 Paraden)

Spielfilm: 3:1 (5.), 6:5 (10.), 9:7 (15.), 11:8 (20.), 13:10 (25.), 16:15 (30.), 19:17 (35.), 22:19 (40.), 26:22 (45.), 27:24 (50.), 29:26 (55.), 30:27 (60.).

Strafminuten: Korte (38.), Michalczik (43.), Pusica (57.) – Firnhaber (52.).

Zuschauer: 10.285
Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah

© GWD Minden – lvs

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