An der Sensation geschnuppert
Saison 17/18 Bundesliga Spielberichte | 03. Dez 2017

Es fehlte nicht viel und GWD Minden hätte am 15. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga die Sensation geschafft und der SG Flensburg-Handewitt mindestens einen Punkt geklaut. Am Ende stand ein jedoch 30:34 (13:18) auf der Anzeigentafel.

Stehende Ovationen sowie Glückwünsche gab es von allen Seiten und der imaginäre Hut ob dieser tollen Leistung wurde von den 2727 Zuschauern gezogen. Sie sahen in den vorherigen 60 Minuten ein Handballspiel par excellence, in dem sowohl die Carstens-Sieben als auch die Gäste aus Schleswig-Holstein teilweise überragend agierten. Als Mats Korte in der 43. Minute den 24:24-Ausgleich erzielte, hielt es niemandem mehr auf seinem Sitz. Glücklicher Umstand für die Dankerser war die Zwei-Minuten-Strafe gegen Flensburgs Tobias Karlsson. Die fünf Tore Vorsprung, die die Gäste mit in die Kabine nahmen, egalisierten die Grün-Weißen wie in einem Rausch. SG-Trainer Maik Machulla nahm daraufhin eine Auszeit, in der sich die Gäste wieder fingen und danach konzentrierter zu Werke gingen. Zwar spielte Minden weiterhin stark, doch die individuelle Klasse und Stärke des neuen Tabellenführers war nicht aufzuhalten. Auch Mindens Sportlicher Leiter Frank von Behren musste dies anerkennen: „Nach dem Ausgleich war die Halle da. Dass Flensburg sich dann aber wieder fängt, spricht für sie. Am Ende ist es schade, dass es nicht gereicht hat. Wenn man bedenkt, welche Art und Weise wir an den Tag gelegt haben, gilt festzuhalten, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Doch zu Beginn der Partie sah es erst nicht nach einem solch sensationellen Verlauf aus:  Alles war bereit für das Spiel gegen den haushohen Favoriten aus Schleswig-Holstein, die Spieler warteten jedoch noch auf das Kommando aus der SKY-Zentrale. Als es dann soweit war, rannten die Mindener nach vorne, doch Christoffer Rambo verwarf aus dem Rückraum den ersten Ball und prompt fiel im Gegenzug der Führungstreffer der Gäste. Den Besuchern in der KAMPA-Halle blieb in den folgenden Minuten keine Zeit zum Verschnaufen. Sobald ein GWD-Spieler zum Torabschluss gekommen war, leitete SG-Torwart Mattias Andersson den nächsten Angriff ein und binnen Sekunden kassierte Minden Gegentreffer um Gegentreffer. Beim Stand von 5:9, Flensburg-Handewitt bekam einen durchaus diskutablen Siebenmeter zugesprochen, wechselte Frank Carstens die Torhüter. Kim Sonne Hansen ersetzte den glücklosen Espen Christensen, konnte jedoch auch zunächst kein Erfolgserlebnis verbuchen. Bis zum Seitenwechsel erhöhte Flensburg auf 18:13 und war dem Sieg wesentlich näher. Doch dann kam die bereits beschriebene zweite Hälfte, in der die Sensation nur knapp verpasst wurde…

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens: „Flensburg war genau diese vier Tore am Ende mit Sicherheit besser. Wir haben aber in der ersten Halbzeit zu passiv verteidigt. So haben wir keine Unterbrechungen geschafft, hatten zudem keine Unterstützung aus dem Tor. Die Aufholjagd hat uns dann beflügelt, aber dann hat sich Flensburg wieder auf seine Qualitäten besonnen. Am Ende kann ich heute ganz, ganz wenige Dinge kritisieren.“

Maik Machulla: „Es war das Spiel, was wir erwartet haben. Minden hat die Qualität, alle Mannschaften zu ärgern. In der ersten Halbzeit haben wir das sehr gut gelöst, weil Minden keinen Zugriff auf unsere Abwehr bekommen. Mit dem, was wir danach geboten haben, bin ich nicht einverstanden. In dieser Phase hat Mattias uns sehr geholfen, so dass es am Ende gewohnt souverän war. Es ist nicht selbstverständlich, dass man hierher kommt und zwei Punkte mitnimmt.“

Torschützen GWD: Aleksandar Svitlica (8/4), Magnus Gullerud (5), Marian Michalczik (4), Christoffer Rambo (4), Mats Korte (3), Sören Südmeier (2), Miljan Pusica (2), Dalibor Doder (1), Luka Zvizej (1).
Im Tor: Espen Christensen (1.- 12.), Kim Sonne Hansen (12.-60. mit 8 Paraden).

Torschützen SG: Rasmus Lauge Schmidt (9/3), Hampus Wanne (9), Anders Zachariassen (6), Lasse Svan (5), Holger Glandorf (3), Thomas Mogensen (2).
Im Tor: Mattias Andersson (1.-52. mit 12 Paraden), Kevin Moeller (bei Siebenmetern).

Spielfilm: 1:3 (5.), 4:8 (10.), 6:11 (15.), 10:14 (20.), 12:16 (25.), 13:18 (30.), 19:21 (35.), 22:23 (40.), 24:25 (45.), 26:28 (50.), 27:31 (55.), 30:34 (60.).

Strafminuten: Mansson (20.), Rambo (44.), Doder (49.) – Karlsson (20., 33.), Zachariassen (54.).

Zuschauer: 2.727
Schiedsrichter: Sebastian Grobe und Adrian Kinzel

© GWD Minden – lvs

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