„13 Punkte – das ist irre!“
Saison 17/18 Bundesliga Spielberichte | 25. Nov 2017

Handball-Bundesligist GWD Minden hat den Favoritenstatus angenommen und am Ende mehr als verdient mit 30:26 (16:11) beim TV Hüttenberg gewonnen. Dass es trotz der frühen Neun-Tore-Führung kurzzeitig noch einmal spannend wurde, lag an einer fulminanten Aufholjagd der Hausherren.

14 Spiele, 13 Punkte und vorübergehend Platz zehn. Diese Bilanz kann sich aus Mindener Sicht mehr als sehen lassen! Frank Carstens jubilierte nach der Partie gar: „13 Punkte – das ist irre!“

Doch der Reihe nach: Ein hitziges und emotionales Duell erwarteten die Mindener, reisten dementsprechend fokussiert nach Hessen und wollten als Favorit die drei Spiele andauernde Remis-Serie beenden. Es lief alles nach Maß für GWD beim Aufsteiger aus Hüttenberg. Die von Frank Carstens im Vorfeld der Partie geforderte Cleverness und Ruhe hatten die Grün-Weißen, die mit Espen Christensen (Tor),  Marian Michalczik, Dalibor Doder, Christoffer Rambo, Magnus Gullerud, Luka Zvizej und Aleksandar Svitlica auf der Platte begannen, bestens verinnerlicht. Fehlte bei den Gastgebern in der Offensive der entscheidende Druck, konnte GWD mühelos bis vor das Tor kombinieren und lag nach 20 Minuten mehr als verdient mit 15:6 in Führung. Auffälligste Männer in der Carstens-Sieben waren zu diesem Zeitpunkt Christoffer Rambo und Espen Christensen.

Die geschlossene 6:0-Deckung der Ostwestfalen brillierte und so nahm TVH-Trainer Emir Kurtagic frühzeitig zwei Auszeiten, um seine Mannschaft noch einmal wachzurütteln und reagierte ob des hohen Rückstandes mit einem Torhüterwechsel. Es schien, dass diese Auswechslung der Knackpunkt der Partie werden könnte. Denn Fabian Schomburg, der Matthias Ritschel ersetzte, vereitelte nun immer mehr Chancen und im Angriff setzten sich die Hüttenberger jetzt besser durch, sodass die hohe GWD-Führung nach und nach schmolz. Lag Minden zum Seitenwechsel noch mit 16:11 vorn, verkürzten die Hessen in der 36. Minute sogar auf zwei Tore (16:18).

Die 2301 Zuschauer in der Sporthalle Gießen-Ost witterten nun die Sensation, doch Frank Carstens schien in der Kabinenansprache die richtigen Worte gefunden zu haben. Sein Team ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, der Schalter wurde umgelegt und prompt waren es wieder vier, fünf Tore Vorsprung. Dass es bei dieser Führung blieb, daran hatte auch Mindens norwegischer Schlussmann einen erheblichen Anteil. Bemerkenswerte 18 Paraden verbuchte Espen Christensen und brachte die Hüttenberger Vorderleute an den Rand der Verzweiflung. Marian Michalczik mit sieben und Magnus Gullerud mit sechs Treffern waren die treffsichersten Angreifer im GWD-Dress.

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens: „Ich bin super zufrieden. Wir hatten einen Riesenstart ins Spiel und sind sehr gut ins Tempospiel gekommen. Wir haben gut in der Abwehr gearbeitet und hatten eine tolle Torwartleistung. Natürlich hätte es vor dem Tor zwischenzeitlich besser laufen können. Kompliment an meine Mannschaft für den Siegeswillen und die Konsequenz. Wir sind sehr stolz.“

Emir Kurtagic: „Die schlechte Anfangsphase hat uns das Genick gebrochen, das darf uns nicht passieren. Ich finde jedoch, dass wir dann gut gespielt haben, lediglich die Tore nicht erzielen konnten. Am Ende gewinnt Minden aber verdient.“

Torschützen GWD: Marian Michalczik (7),  Magnus Gullerud (6), Christoffer Rambo (4), Andreas Cederholm (3), Dalibor Doder (2),  Miljan Pusica (2), Sören Südmeier (2), Luka Zvizej (2/2), Anton Mansson (1), Aleksandar Svitlica (1).
Im Tor: Espen Christensen (1.-60. mit 18 Paraden).

Torschützen TVH: Dominik Mappes (9/2), Mario Fernandes (4), Jannik Hofmann (3), Vladan Lipovina (3), Tobias Hahn (1), Moritz Lambrecht (1), Thomas Sklenak (1), Daniel Wernig (1), Moritz Zörb (1).
Im Tor: Matthias Ritschel (1.-14 und 48.-60. mit 3 Paraden ), Fabian Schomburg (14.-48. mit 9 Paraden).

Spielfilm: 2:4 (5.),  3:9 (10.), 5:11 (15.), 6:14 (20.),  9:15 (25.), 11:16 (30.), 14:18 (35.), 17:21 (40.), 20:23 (45.), 22:26 (50.), 24:29 (55.), 26:30 (60.).

Strafminuten: Pusica (20.), Mansson (30., 53.), Rambo (32.) – Lambrecht (18.), Rompf (50.), Hahn (57.).

Zuschauer: 2.301
Schiedsrichter: Fabian Baumart und Sascha Wild

© GWD Minden – lvs

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