So geht´s: Die Regeländerungen für die neue Saison
Allgemein | 27. Jul 2016

Seit dem 01. Juli 2016 gelten fünf neue Handball-Regeln. Diese betreffen alle Spiel- und Altersklassen. Laut IHF-Regelexperte Manfred Prause ist das Hauptziel, dass es von der Basis bis nach ganz oben einheitlich sein soll. Also haben sich auch unsere Jungs in der bevorstehenden Spielzeit an diese neuen Vorgaben zu halten.

Die erste Regel betrifft das „passive Spiel“. Bislang lag die Entscheidung, ob ein Zeitspiel vorliegt oder nicht, nur im Ermessen des Schiedsrichters. Doch von jetzt an hat die Mannschaft, die das Vorwarnzeichen des Zeitspiels bekommt, nur noch sechs weitere Pässe, um den Angriff abzuschließen. Doch wer jetzt denkt, dass ein Spieler die ganze Zeit prellen kann, um so Zeit zu schinden, oder den Ball zum Torwart zurückspielen kann, liegt falsch. Denn neben den sechs Pässen liegt es auch weiterhin noch im Ermessen des Schiedsrichters, den Angriff abzubrechen.

Die nächste Änderung betrifft den siebten Feldspieler. Dieser musste bis vor kurzem mit einem Leibchen, welches die Farbe des Torwarttrikots hatte, gekennzeichnet sein. Dies kann, muss aber nicht mehr so sein! Von nun an darf ganz offiziell auch ein siebter Feldspieler, im normalen Trikot, auf dem Parkett stehen. Dieser darf dann aber nicht mehr als „Torhüter“ auftreten und den Sechs-Meter-Raum betreten, ansonsten könnte es bei der Verhinderung einer Torchance zu einer Zeitstrafe oder gelben Karte und einem Siebenmeter kommen. Um den auf der Bank sitzenden Torhüter wieder einwechseln zu können, kann jeder beliebiger Akteur, bei Nicht-Kennzeichnung des siebten Feldspielers, zum Wechsel kommen.

Die dritte Regel beschäftigt sich mit den verletzten Spielern. Sie ist die einzige Regel, die nicht für den Jugend- und Amateurbereich Gültigkeit besitzt. Nach deren Auslegung muss ein verletzter Akteur, der auf dem Feld behandelt wurde, dieses dann auf jeden Fall verlassen. Erst nach drei abgeschlossenen Angriffen seiner Mannschaft darf der Spieler wieder mit ins Geschehen eingreifen. Dennoch gibt es hier zwei Ausnahmen: Die Erste betrifft den Torwart, denn dieser muss nach einem Kopftreffer und folgender Behandlung, das Feld laut Regel nicht verlassen. Und die Zweite ist, dass ein verletzter bzw. behandelter Spieler das Parkett auch nicht verlassen muss, wenn sein Gegner für das Foul eine progressive Strafe bekommt. Die Verantwortlichen, genauso wie GWD-Trainer Frank Carstens, glauben, dass das Spiel durch diese Regel schneller wird und es zu weniger unnötigen Unterbrechungen bzw. Behandlungspausen kommt. Doch Carstens beurteilt diese Regel keineswegs nur positiv:„ Ich sehe eine Art von Bestrafung in dieser Regel. Der gefoulte Spieler ist nicht nur verletzt, sondern muss auch auf der Bank Platz nehmen und kann seinem Team eine Zeitlang nicht helfen.“ Darüber hinaus kann es für den verletzten bzw. behandelten Akteur tatsächlich noch zu einer Hinausstellung kommen. Betritt er nämlich von sich aus das Spielfeld zu früh, wird dies wie ein Wechselfehler gewertet und zieht eine Zwei-Minuten-Strafe nach sich.

Des Weiteren werden in der Hosentasche des Referees anstatt zwei seit neustem drei Karten stecken. Neben der Roten und Gelben Karte hat er auch noch eine Blaue. Diese kann aber nur im Zusammenhang mit einer Disqualifikation gezeigt werden. Wird also nach dem roten noch der blaue Karton gezeigt, bedeutet dies, dass ein schriftlicher Bericht über das begangene Foul angefertigt wird und darüber hinaus muss der Spieler mit einer Sperre oder Geldstrafe rechnen. Diese Strafe wird von der Disziplinarkommission festgelegt.

Die letzte Änderung betrifft eine Regel, die in der vergangenen Saison bereits in der Bundesliga getestet wurde. Vor dem 01. Juli war es so, dass grobe Regelwidrigkeiten oder verhinderte Würfe (Anwurf, Abwurf, Freiwurf, Einwurf)  in den letzten 60 Sekunden besonders hart geahndet wurden. Die Verantwortlichen fanden diese Zeitspanne jedoch zu lang und haben diese auf die letzten 30 Sekunden verkürzt. Der Spieler, der die Unsportlichkeit begangen hat, erhält daraufhin genau wie vorher die Rote Karte  (ohne Bericht) und der Gegner bekommt einen Siebenmeter zugesprochen.

© GWD Minden – jas

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