GWD findet in Hannover keine Antworten
Saison 16/17 Bundesliga Spielberichte | 16. Okt 2016

Zwanzig Minuten lang war GWD Minden der TSV Hannover-Burgdorf ein ebenbürtiger Gegner. Danach offenbarte sich ein deutlicher Leistungsunterschied, der den Niedersachsen zwei ungefährdete Punkte bescherte. Die Mindener hatten sich, nach insgesamt schwacher Mannschaftsleistung, die 27:35 (11:18)-Niederlage selbst zuzuschreiben.

Zuächst sah alles nach dem spannenden Handballspiel aus, das man im Vorfeld erwartet hatte. Beim 3:2 durch Christoffer Rambo war die Mindener Handballwelt noch völlig in Ordnung. Als Charlie Sjöstrand nach fünf Minuten im Gegenstoß gegen Martin Ziemer die Chance zur frühen Zwei-Tore-Führung vergab, war dies ein erster Fingerzeig auf die Offensivschwäche, die den Gästen an diesem Tag zum Verhängnis werden sollte. Doch zunächst wechselten auf beiden Seiten Licht und Schatten und keine Mannschaft trat so überzeugend auf, dass es für eine deutliche Führung gereicht hätte.

Das änderte sich nach zwanzig Minuten als den Dankersern im Angriff rein gar nichts mehr gelang. Die Gäste wirkten verunsichert und mutlos, produzierten Ballverluste und agierten halbherzig beim Torabschluss. „Da waren wir einfach viel zu ängstlich“, befand Frank Carstens nach der Partie. So bauten die Grün-Weißen ab und gleichzeitig den Gastgeber aus Hannover auf. Die TSV nahm die vielen Ballverluste dankbar auf und münzte sie bis zur Pause in eine deutliche 18:11-Führung um. Zwei gelungene Einzelaktionen des inzwischen eingewechselten Florian Freitag waren die einzigen grün-weißen Lichtblicke in dieser Phase.

Der Impuls, der für das GWD-Team nach der Pause noch einmal die Wende hätte herbeiführen können, kam einfach nicht. Wie schon vor dem Wechsel gelang es der Abwehrreihe nicht, die Angriffe der Niedersachsen entscheidend zu stören. Dass weder Kim Sonne noch Gerrie Eijlers an diesem Tag Bälle an die Finger bekamen, tat sein Übriges. Es wurde ruhig in der Swiss-Life-Hall. Wirklich aufregen musste sich niemand unter den 3.553 Zuschauern mehr, weil die Entscheidung schon längst gefallen war und die Partie nur noch vor sich hinplätscherte. Das Team aus Hannover feierte ein rundum gelungenes Handballspiel, während man auf Mindener Seite vergeblich nach positiven Aspekten suchte. Frank Carstens machte aus der Not eine Tugend und nutzte die Schlussphase, um die Variante mit dem siebten Feldspieler zu proben. Fünf Treffer in den letzten fünf Minuten bedeuteten für die Grün-Weißen, die zwischenzeitlich bereits mit elf Toren zurückgelegen hatten, noch einmal eine deutliche Ergebniskosmetik.

Stimmen zum Spiel:
Frank Carstens: „Wir haben es dem Gegner heute zu leicht gemacht. Wir haben uns in der ersten Halbzeit Chancen erarbeitet, die wir nicht nutzen konnten. Nach dem Wechsel wollten wir das besser machen. Das hat erst in der letzten Viertelstunde geklappt. Die TSV war sehr präsent von der ersten Minute an und wir waren nicht in der Lage, darauf zu antworten.“

Jens Bürkle: „Die Mannschaft hat das heute sehr gut gemacht. Wir haben viel Tempo ins Spiel bringen können und uns dabei nur wenige Fehlwürfe geleistet.“

Torschützen GWD: Aleksandar Svitlica (6/2), Florian Freitag (5), Christoffer Rambo (5), Dalibor Doder (3), Moritz Schäpsmeier (3/1), Helge Freimann (2/1), Mats Korte (2), Marian Michalczik (1).
Im Tor: Kim Sonne (1.-18. und 41.-60. mit 3 Paraden), Gerrie Eijlers (18.-41. mit 1 Parade).

Torschützen TSV: Fabian Böhm (7), Lars Lehnhoff (7/4), Kai Häfner (5), Mait Patrail (5), Torge Johannsen (4), Joakim Hykkerud (3), Kasper Kisum (2), Dominik Kalafut (1), Runar Karason (1).
Im Tor: Martin Ziemer (1.-60. mit 9 Paraden).

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:4 (10.), 7:6 (15.), 11:9 (20.), 14:9 (25.), 18:11 (30.), 20:13 (35.), 23:14 (40.), 25:18 (45.), 30:20 (50.), 32:23 (55.), 35:27 (60.).

Strafminuten: Svitlica (17., 28.), Kozlina (39.), Michalczik (59.) – Böhm (2., 16.), Häfner (35.).

Zuschauer: 3.553
Schiedsrichter: Michael Kilp und Christoph Maier

© GWD Minden – bra

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